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Krankenstand 2018: 17 % weniger Fehltage wegen Depressionen

Ist der stetige Anstieg psychischer Erkrankungen gebremst?

Der Anstieg der Fehltage von Arbeitnehmern wegen psychischer Erkrankungen schien seit dem Jahr 2006 unaufhaltsam: Von Jahr zu Jahr erhöhte sich der Anteil der Beschäftigten, die wegen psychischer Leiden nicht arbeiten gehen konnten. Ist der Anstieg jetzt gebremst? Die DAK-Gesundheit meldet für das Jahr 2018 erstmals seit 2006 keinen Anstieg der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen! Psychische Beschwerden verursachten im Jahr 2018 pro 100 Versicherte 236 Fehltage – das waren ganze 5,6 % weniger als 2017. Damit rangieren Seelenleiden nicht mehr auf Rang 2 der häufigsten Diagnosen bei Krankschreibungen, sondern "nur" noch auf Platz 3. 93 Fehltage je 100 Versicherte gab es wegen Depressionen. Das sind sogar satte 17 % weniger als 2017!

Der Anteil der psychischen Leiden am Gesamtkrankenstand betrug 15,2 % (16,7 % in 2017). Am häufigsten wurden nach wie vor Muskel-Skelett-Erkrankungen (beispielsweise Rückenschmerzen) diagnostiziert (20,9 % in 2018 vs. 21,8 % in 2017). Die Erkrankungen des Atmungssystems lagen mit 16 % im Jahr 2018 auf dem zweiten Platz. 2017 hatten sie mit 15,4 % noch den dritten Rang belegt.

Die heute veröffentlichte Krankenstands-Analyse der DAK, für die die Daten von rund 2,5 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet wurden, zeigt außerdem:

  • Der Gesamtkrankenstand der Arbeitnehmer in Deutschland stieg minimal – von 4,1 % in 2017 auf 4,2 % in 2018. Dass Arbeitnehmer im vergangenen Jahr etwas häufiger krank waren als im Jahr zuvor, erklärt die DAK mit der starken Grippewelle zu Beginn des Jahres 2018.
  • Die drei Krankheitsarten Muskel-Skelett-Erkrankungen, Erkrankungen des Atmungssystems und psychische Erkrankungen verursachten im Jahr 2018 mehr als die Hälfte aller Fehltage.
  • Eine Krankschreibung dauerte im Schnitt 12,6 Tage - das sind 0,2 Tage weniger als im Vorjahr.
  • 51,4% der Arbeitnehmer – also mehr als die Hälfte – waren gar nicht krankgeschrieben.
  • Die durchschnittliche Falldauer bei einer Arbeitsunfähigkeit wegen einer psychischen Erkrankung betrug 33,7 Tage. Während die Fehltage aufgrund von Depressionen um 17 % sanken, gab es 4 % mehr Fehltage aufgrund von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (51 Fehltage je 100 Versicherte).
  • Bei Frauen verursachten psychische Erkrankungen 63 % mehr Fehltage als bei Männern (298 zu 183 Ausfalltage je 100 Versicherte).

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