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Unfälle mit Einsatzfahrzeugen: Infos für Feuerwehren

Sicherheits-Tipps für Einsatzkräfte

Unfälle mit Einsatzfahrzeugen sind keine Seltenheit. Die Feuerwehr-Unfallkasse für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (HFUK Nord) hat solche Unfälle für den Bereich der Feuerwehren analysiert und Sicherheitsmaßnahmen daraus abgeleitet. Die wichtigsten Fakten:

Die häufigsten Unfallursachen sind

  • zu hohe Geschwindigkeit und dadurch Kontrollverlust über das Einsatzfahrzeug
  • von der Fahrbahn abgekommen und im Seitenstreifen eingesackt
  • während der Nutzung von Sonder- und Wegerechten Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern, besonders auf Kreuzungen und in Einmündungen
  • Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer
  • alkoholisiert gefahren


Unfällen vorbeugen und Schäden minimieren

Am besten ist es natürlich, solche Unfälle zu verhindern. Die HFUK Nord empfiehlt Einsatzkräften dafür auf jeden Fall, an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen. Hier lernen sie die eigenen Grenzen und die des Einsatzwagens besser kennen und sie üben, das Fahrzeug als auch Situationen besser einzuschätzen. Natürlich kann auch das Unfälle nicht immer verhindern. Deswegen sollten Einsatzkräfte Folgendes beachten:

  • Sie sollten unbedingt die Anschnallpflicht befolgen. Auch für die Feuerwehr im Einsatz gilt hier keine Ausnahme! Die Unfall-Untersuchungen zeigten, dass nur wenige Einsatzkräfte beim Crash angeschnallt waren. Selbst kleine Unfälle hatten deswegen schlimme Folgen: Sogar bei einem Unfall, bei dem ein Einsatzwagen nur im Schritttempo auf den Seitenstreifen geriet und dort einsackte, wurden acht der neun Insassen teilweise schwer verletzt.
  • Auch Atemschutzgeräteträger sollten sich anschnallen. Sowohl das Argument, dass das wegen der technischen Ausrüstung schlicht nicht möglich sei, als auch das, dass die Bebänderung der Atemschutzgeräte als Rückhalteeinrichtung ausreiche, lässt die HFUK Nord nicht gelten. Im Gegenteil hätten Atemschutzgeräte bei Unfällen, bei denen sich Fahrzeuge überschlagen hätten oder bei denen sie umgefallen seien, teils schwere Verletzungen verursacht.
  • Feuerwehrhelme sollten entweder sicher auf dem Kopf "transportiert" oder auf Helmhalterungen beziehungsweise in Helmfächern gelagert werden. Weder auf dem Armaturenbrett noch sonstwo im Fahrzeug haben herumliegende Helme etwas verloren! Nicht nur, dass sie schnell zu gefährlichen Geschossen werden. Gerade im Fahrerraum können sie sich ungünstig zwischen Lenkrad und Armaturenbrett verklemmen oder in den Fußraum des Fahrers fallen.
  • Ladung, wie etwa Schläuche oder leere Atemluftflaschen, gehört nicht in die Mannschaftskabine! Auch wenn es am bequemsten erscheint, Einsatzmaterialien nach getaner Arbeit schnell hier zu verstauen, rät die HFUK Nord dringend davon ab. Alle ungesicherten Teile können schon bei relativ geringem Tempo und scheinbar harmlosen Bremsmanövern durch die Gegend fliegen.

Einen Appell richtet die Feuerwehr-Unfallkasse an alle Einsatzkräfte: Die staatlichen Regelungen und das UVV-Recht seien keine Schikane, sondern dienten der Sicherheit aller Beteiligten. "Alle tragen ihren Teil der Verantwortung für Mannschaft und Gerät – und haben gegebenenfalls bei einem Unfall auch die rechtlichen Folgen zu tragen", erklärt die Unfallkasse.

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