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Jobmotor Arbeitssicherheit

Die 5 bekanntesten Jobprofile im Sicherheitsbereich

Sicherheit am Arbeitsplatz: Bis zu den heute geltenden Standards war es ein langer Weg. Viele Arbeitnehmer nehmen die Themen Arbeitsschutz und Arbeitsplatzsicherheit als selbstverständlich hin. Einigen ist es sogar lästig, die vielen verschiedenen Regeln zu beachten. Dabei sorgen die gesetzlichen Regelungen dafür, dass die Zahl der Arbeitsunfälle in den letzten Jahrzehnten sehr deutlich zurückgegangen ist. Es geht hier nicht nur um Arbeitsunfälle. Auch Berufskrankheiten wird durch Arbeitsschutz vorgebeugt.

Für die Einhaltung der wichtigen Regelungen sind Beschäftigte selbst verantwortlich. Schließlich kann auf dem Bau niemand permanent hinter Beschäftigten stehen und die Helmpflicht überwachen. Gleiches gilt auch für den Hörschutz. Trotzdem: Überwachung und Kontrolle müssen sein. Natürlich braucht es entsprechend geschulte Mitarbeiter, welche sich in der Arbeitssicherheit besonders gut auskennen. Letztere ist damit am Ende sogar ein Jobmotor, an den viele so gar nicht denken. Welche Jobs sind in diesem Bereich besonders verbreitet?


Job 1: Fachkraft für Arbeitssicherheit - fast in jedem Betrieb einsetzbar

Fachkraft für Arbeitssicherheit ist eine Bezeichnung für Personen innerhalb eines Unternehmens mit besonderer Qualifikation im Hinblick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dessen Aufgaben liegen unter anderen darin, den Arbeitgeber in der Gestaltung des Arbeitsplatzes zu unterstützen. Im Wesentlichen geht es darum, die Gesundheit der Beschäftigten so gut wie möglich zu schützen und eine "menschengerechte Arbeitsgestaltung" zu erreichen.

Dazu gehört auch die persönliche Schutzausrüstung der Belegschaft. Equipment wie Sicherheitsschuhe oder Arbeitshandschuhe sind beispielsweise in vielen Bereichen vorgeschrieben. So sind letztere je nach Sicherheitsanforderungen in verschiedene Kategorien eingeteilt. Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit muss die verschiedenen Sicherheitsabstufungen kennen und wissen, ob bei den jeweiligen Tätigkeiten bereits Handschuhe mit niedriger Sicherheitsstufe genügen oder spezielle Anforderungen nötig sind, die durch eine Qualitätssicherung nachgewiesen werden müssen.  

Die grundlegenden Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit bestehen also darin:

  • zu beraten
  • Anlagen und Betriebsmittel zu überprüfen
  • Arbeitssicherheit zu überwachen
  • Unfallverhütung zu kontrollieren.

In der Regel hat die Fachkraft keine Weisungsbefugnis, steht dem Arbeitgeber letztlich aber beratend in ihrer Funktion zur Seite.

Um in die Lage versetzt zu werden, als Fachkraft für Arbeitssicherheit tätig zu sein, sind spezielle fachliche Kenntnisse zu erwerben. Diese werden unter anderem in Ausbildungsangeboten der DGUV vermittelt. Letztere ist mit der DGUV Vorschrift 2 auch für die rechtlichen Rahmenbedingungen mitverantwortlich.

Gegliedert ist die Ausbildung in mehrere Abschnitte, in denen es zum einen um die fachlichen Grundlagen geht. Auf der anderen Seite berücksichtigt die Ausbildung aber auch bereichsbezogene Aspekte. Vom zeitlichen Rahmen sind mehrere Wochen anzusetzen, da die einzelnen Ausbildungsabschnitte von Selbstlernphasen unterbrochen werden. Innerbetrieblich sind für die Fachkraft verschiedene Bezeichnungen üblich, wie Sicherheitsmeister oder Sicherheitsingenieur. Diese Bezeichnungen richten sich nach der erworbenen Qualifikation der Fachkraft.


Job 2: Brandschutzbeauftragter – spezielle Ausbildung für Mitarbeiter

Der Brandschutzbeauftragte hat eine klar definierte Funktion. Es geht um die Überwachung des betrieblichen Brandschutzes. Hier steht an vorderster Stelle die Vorbeugung, um Gefahrenquellen für Brände gar nicht erst entstehen zu lassen. In der Regel wird ein Brandschutzbeauftragter vom Unternehmen schriftlich ernannt bzw. mit der Aufgabe beauftragt.

Dessen Ernennung ist in Deutschland allerdings nicht per Bundesgesetz vorgeschrieben. Seitens der Länder kann über geltendes Baurecht für bestimmte Bereiche allerdings die Beauftragung eines Mitarbeiters als Brandschutzbeauftragter vorgeschrieben werden. Dies wird unter anderem für:

  • Kliniken
  • Verkaufsstätten bestimmter Größe
  • Betriebe

praktiziert. Ausschlaggebend ist an dieser Stelle meist die Größe, sprich wie viele Menschen einer Brandgefahr ausgesetzt sind. Verpflichtend kann die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten auch durch die Feuerversicherung vorgeschrieben sein.

Als Brandschutzbeauftragter kann nicht jeder Beschäftigte pauschal bestellt werden. Vielmehr muss hierfür eine spezielle Ausbildung absolviert werden. Letztere ist zwar vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es einige Richtlinien, etwa von der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb), auf welche unter anderem der Verein der Brandschutzbeauftragten in Deutschland hinweist. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer Prüfung, bestehend aus einem mündlichen sowie schriftlichen Teil.

Neben der Aus-/Weiterbildung kann zum Brandschutzbeauftragten auch berufen werden, wer bestimmte Eigenschaften mitbringt. Hierzu zählen:

  • Ausbildung im gehobenen und höheren feuerwehrtechnischen Dienst
  • Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst (Hauptamt)
  • Studium im Bereich Brandschutz.

Neben der grundlegenden Ausbildung ist eine ständige Fortbildung der einmal ernannten Brandschutzbeauftragten zu empfehlen. Damit wird das Ziel verfolgt, die nötige Sach- und Fachkunde für den betrieblichen Brandschutz zu erwerben.

Über geltendes Baurecht können die Länder z.B. Kliniken dazu verpflichten, einen Mitarbeiter als Brandschutzbeauftragten zu stellen, Quelle: fotolia.com © upixa #243643723

Job 3: Ingenieur für Elektrosicherheit – Hochschulausbildung inklusive

In so gut wie allen Industriebetrieben sind elektrotechnische Anlagen zu finden. Diese müssen nicht nur gewartet, sondern auch konzipiert und umgesetzt werden. Dafür gelten spezielle Vorschriften, die sich an DIN-Normen und DGUV Vorschriften orientieren. Um diese Vorgaben einhalten zu können, sind speziell geschulte Fachkräfte in den Unternehmen erforderlich, wie der Ingenieur für Elektrosicherheit.

Dieser erfüllt in Unternehmen ein sehr weitreichendes Aufgabenspektrum. Dazu gehört unter anderem:

  • Aufbau von elektrotechnischen Anlagen
  • Weiterentwicklung der elektronischen Anlagen
  • Aufsicht über die im Betrieb tätigen Elektrofachkräfte.

Darüber hinaus obliegt es dem Ingenieur für Elektrosicherheit, die verschiedenen gesetzlichen Regelungen sowie Vorgaben der Berufsgenossenschaften in seine Arbeit einzubeziehen.

Die Ausbildung zum Ingenieur für Elektrosicherheit erfolgt im Rahmen einer Hochschul-/Fachhochschulausbildung. Diese schließt heute allgemein mit dem Bachelor oder Master ab. In der betrieblichen Praxis kann aber auch der Doktoringenieur zum Einsatz kommen.

Neben dem Aufgabenprofil, wie es auf die Elektrofachkräfte zutrifft, müssen Ingenieure für Elektrosicherheit in vielen Unternehmen auch Schulungsaufgaben übernehmen. Hier geht es darum, andere Beschäftigte für die Belange der Elektrosicherheit zu sensibilisieren.


Job 4: ESH Officer – der Generalist in Sachen Sicherheit

Umwelt- und Gesundheitsschutz sind in den letzten Jahren Bereiche, die in Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. In der betrieblichen Praxis fließen:

  1. Umweltmanagement
  2. Gesundheitsschutz
  3. Arbeitssicherheit

in der Position des ESH Officer bzw. ESH Managers zusammen. ESH steht in diesem Zusammenhang für die englischen Begriffe Environment, Health & Safety. Alle drei ergeben für einige Branchen besondere Herausforderungen, was etwa den Umgang mit Gefahrstoffen angeht.

Entsprechende Fachkräfte müssen sich nicht nur mit der Überwachung der rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa in Bezug auf den Umweltschutz oder den Arbeitsschutz, beschäftigen. Zu den wesentlichen Aufgaben gehört auch die Planung, Umsetzung und Optimierung der einzelnen Teilaspekte. Hinweis: Der ESH Officer ist auch unter dem Begriff des HSE Officers zu finden.

Zu den Grundvoraussetzungen für die Arbeit als ESH Officer gehört eine interdisziplinäre Denkweise, da in diesem Tätigkeitsfeld so viele unterschiedliche Bereiche eine Rolle spielen.

Die Ausbildung zum ESH Officer ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt und wird daher in unterschiedlicher Form angeboten. In der Regel handelt es sich um mehrtägige Seminarmodule, innerhalb derer die Grundlagen für die Tätigkeit als ESH Verantwortlicher gelegt werden.


Job 5: Explosionsschutzbeauftragter – hier sind die Gefahren besonders groß

Unternehmen, in denen explosionsfähige:

  • Gase
  • Chemikalien
  • Aerosole

verarbeitet werden, sehen sich einer erhöhten Explosions- und Brandgefahr gegenüber. Neben dem Brandschutzbeauftragten gilt es hier daher zu überlegen, inwiefern für das Unternehmen ein Explosionsschutzbeauftragter zu benennen ist.

Die Arbeit des Explosionsschutzbeauftragten stützt sich in der betrieblichen Praxis auf verschiedene rechtliche Regelungen. Hierzu gehören unter anderem die:

  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Explosionsschutzverordnung
  • Gefahrstoffverordnung.

Um für die Aufgabe als Explosionsschutzbeauftragter in Frage zu kommen, müssen Kandidaten umfassende technische Vorkenntnisse mitbringen. So ist nicht nur eine technische Berufsausbildung Grundlage.

Wer die Prüfung zur Fachkunde des Beauftragten ablegen will, muss außerdem über mindestens ein Jahr Erfahrung im Aufbau, Betrieb und der Instandhaltung der entsprechenden technischen Anlagen mitbringen. Die Benennung des Explosionsschutzbeauftragten erfolgt letztlich durch den Arbeitgeber, welcher einen geeigneten Personenkreis feststellen muss. Sofern im Unternehmen niemand die entsprechenden Qualifikationen mitbringt, kann die Fachkunde auch im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen erworben werden.

Auch das Gesundheitsmanagement für die Belegschaft ist heute sehr wichtig. fotolia.com © Animaflora PicsStock #179700715

Fazit: Viele neue Aufgaben im Arbeits- und Umweltschutz

Arbeitssicherheit ist heute ein wichtiges Element, das jedes Unternehmen in seinen Planungen berücksichtigen muss. Es bleibt nicht nur dabei. Gesundheitsmanagement sowie Umweltschutz haben deutlich an Bedeutung gewonnen. Teils ergeben sich die Vorgaben an Unternehmen aus der Fürsorgepflicht dem Arbeitnehmer gegenüber. Auf der anderen Seite haben Gesetzgeber und Träger der Unfallversicherung Richtlinien erlassen. Aus diesen neuen Aufgabengebieten heraus ergeben sich neue Tätigkeiten zum Beispiel für die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder es entstehen sogar neue Berufsbilder wie das des ESH Officers. Bevor Beschäftigte diese Aufgaben übernehmen können, sind teils umfassende Aus- und Weiterbildungen zu absolvieren. Nach erfolgreicher Prüfung winkt allerdings eine besondere Position im Unternehmen, die über reines Monitoring hinausgeht.

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