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Logistik: 9 goldene Laderampen-Regeln

Für weniger Standzeiten und bessere Planbarkeit

Der Beruf des Lkw-Fahrers ist oft stressig – und das beginnt schon beim Verladen. Kein Parkraum, zu enge Zeitfenster, ungeklärte Zuständigkeiten: Das sind nur einige der Probleme, mit denen alle zu tun haben, die am Verladen von Waren beteiligt sind, von der Logistik bis zum Handel. Mit den 9 goldenen Rampen-Regeln vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) soll die Arbeit an der Rampe reibungsloser ablaufen.

Die Regeln wurden auf der Basis von Vorschlägen und Anregungen von Betroffenen erstellt und sollen Standzeiten verkürzen und die Planung von Arbeitszeiten und Personaleinsatz erleichtern. Profitieren können Verlader, Waren-Empfänger, Transportunternehmer, Fahrer und Umwelt.

Und das sind die 9 goldenen Rampenregeln:

  1. Stellen Sie ausreichende Kapazitäten an den Laderampen sicher! Egal ob die Rampenzone, das Lager, das Personal oder die Ladehilfsmittel: Für eine gute Arbeit an Laderampen sollte von alldem ausreichend vorhanden sein. Geeignete Maße für Rampen oder Vordächer sollten genauso ausreichend dimensioniert sein wie der Unterraum an der Rampe für Fahrzeuge mit Hebebühne.
  2. Halten Sie ausreichend Parkraum für Wartezeit und Vorabfertigung bereit! Der Hofverkehr einschließlich Park- und Wartezonen sollte ausreichend Platz haben. Da Lkw-Parkplätze bekantermaßen Mangelware sind, sollten Fahrer dort möglichst auch ihre Ruhezeiten vor oder nach der Beladung verbringen können. Händigen Sie wartenden Fahrern Funkmeldeempfänger aus: So können Fahrzeuge zügig abgerufen und unnötige Wege in das Abfertigungsbüro vermieden werden.
  3. Gewährleisten Sie ausreichende Rampenöffnungszeiten! Zeitdruck ist Stress pur. Deswegen sollten die Rampenöffnungszeiten ausreichend lang sein und den Transportunternehmen die Möglichkeit geben, Touren ohne Leerlauf zu planen. Wenn Kommunen Restriktionen vorgeben, sollten Lockerungen geprüft werden. Natürlich ist dabei auf die Interessen Dritter zu achten, zum Beispiel auf den Lärmschutz für Anlieger. Passen Sie Rampenöffnungszeiten auch mal einem höheren Anliefervolumen an, etwa in Saisonhochzeiten oder vor verkaufsstarken Feiertagen.
  4. Halten Sie vereinbarte Zeitfenster ein! Sowohl Verlader, Transporteure als auch Empfänger sollten sich an vereinbarte Zeitfenster halten, sonst kommt es bei Transportunternehmen, Handel und Gewerbe gleichermaßen zu höheren Kosten. Auch eine schnellere Information hilft: Wenn sich vereinbarte Zeiten beispielsweise wegen eines Staus verschieben, kann die Planung dank einer schnellen Information schnell angepasst werden. So kann die Wartezeit auch für Fahrzeuge, die zu früh oder zu spät kommen, gering gehalten werden. Attraktive Zeitfenster sollten nicht verkauft werden.
  5. Verbessern Sie den Informationsfluss! Der DIHK empfiehlt, moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Big Data dazu zu nutzen, die Beteiligten "möglichst frühzeitig über Veränderungen oder Störungen zu informieren und den Datenfluss über Ladezeiten und Waren zu verbessern." Zeitfenstermanagementsysteme, Avisierungsverfahren, LKW-Abrufsysteme, eine digitalisierte Fahrzeugabfertigung und die beleglose Wareneingangsprüfung sind nur einige Beispiele. Die Verarbeitung von Telematikdaten in Echtzeit ist der Idealzustand.
  6. Stellen Sie sicher, dass genügend Tauschpaletten vorhanden sind! Anzahl und Qualität der Tauschpaletten, die an den Laderampen zur Verfügung stehen und übergeben werden, sollten stimmen.
  7. Regeln Sie Zuständigkeit für die Be- und Entladung ganz klar! Der Fahrer ist nicht dafür zuständig, den Lkw zu beladen, zu entladen, Folien zu entfernen oder Sandwichpaletten zu vereinzeln. Daraus, dass viele das nicht wissen, entstehen Konflikte und Missverständnisse. Prozesse und Verantwortlichkeiten sollten verbindlich geregelt werden.
  8. Verbessern Sie den persönlichen Umgang miteinander! Der Ton macht die Musik: Fahrer und Personal an den Laderampen sollten mit Wertschätzung behandelt werden. Dazu gehört auch, dass Lkw-Fahrer Sanitäreinrichtungen und Sozialräume nutzen können, die natürlich sauber und ausreichend vorhanden sein sollten. Der Beitrag der Fahrer ist es, diese Anlagen angemessen zu nutzen und sauber zu hinterlassen.
  9. Bessere Sprachkompetenz von Fahrern und Ladepersonal ist ein Muss! Nur wenn sich alle Beteiligten verständigen können, können Missverständnisse, Verzögerungen und Gefahren minimiert werden. Darum, dass eine Verständigung auf Deutsch, zumindest aber auf Englisch möglich ist, sollten sich alle in der Ladezone Tätigen bemühen. Setzen Sie auch Piktogramme ein! Diese sind international verständlich.
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