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Hautkrebs-Prävention: Bauverbände bieten Angebotsvorsorge

Pflichtvorsorge soll damit vom Tisch sein

Damit sich Beschäftigte bei Arbeiten unter freiem Himmel vor der Sonne besser schützen und die Zahl der berufsbedingten Hautkrebsfälle sinkt: Berufsverbände der Bauwirtschaft haben eine Sozialpartnervereinbarung unterzeichnet: Aufklärung zum Thema Hautkrebs und eine bessere Verhaltens- als auch Verhältnis-Prävention sind das Ziel des Pakts unter der Federführung des Deutschen Baugewerbes, der Gewerkschaft IG BAU und der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU). Erst seit Anfang 2015 kann heller Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden. Die Zahlen explodieren seitdem. 2017 war weißer Hautkrebs die Berufskrankheit, die am dritthäufigsten anerkannt wurde. Allein von 2016 auf 2017 stieg die Zahl der Anerkennungen um 165 auf 3.887.


Berufsverbände bieten Angebotsvorsorge

Das Kernstück des jetzt beschlossenen Maßnahmenbündels ist eine Angebotsvorsorge: Einmal jährlich werden die Unternehmen ihren Arbeitnehmern, die überwiegend im Freien arbeiten, den Besuch bei einem Betriebsarzt, Arbeitsmediziner, Haus- oder Hautarzt anbieten. Dort sollen sie sich beraten und ein Hautscreening durchführen lassen können. Mit einer solchen Vorsorgeuntersuchung kann Hautkrebs oft noch in einem frühen Stadium entdeckt und wesentlich besser behandelt werden. Diese Untersuchung kann während der Arbeitszeit stattfinden; die Kosten tragen die Arbeitgeber. Vor Kurzem hatte in Sachen Hautkrebs noch eine Pflichtvorsorge im Raum gestanden. Diese haben die Verbände damit umgangen: "Dieses hat die Branche positiv wahrgenommen. Daher sind wir mit der gefundenen Lösung hoch zufrieden. Insbesondere durch die Angebotsvorsorge wird gewährleistet, dass auch eine große Zahl von Untersuchungen durchgeführt werden können, ohne dass die Arbeiten auf den Baustellen oder in der Landwirtschaft zum Erliegen kommen", erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Die Regelung sei gelebte Sozialpartnerschaft, ohne dass es dafür staatlicher Gesetze bedürfe.

Bei einer Angebotsvorsorge sind Arbeitgeber verpflichtet, Untersuchungen anzubieten; teilnehmen müssen Beschäftigte anders als bei der Pflichtvorsorge aber nicht.

Weitere Ideen des Präventionspaktes: Auch Apps, die anzeigen, wie hoch die Intensivität der UV-Strahlung am Arbeitsort ist und wie man sich am besten schützt, sind geplant.

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