Nachricht

Allergien: Risiken im Feuerwehrdienst

Darauf sollten Sie achten, das sollten Sie tun

Fast 30 % der Menschen in Deutschland haben eine Allergie, die sich am häufigsten in Beschwerden mit den Atemwegen äußert. Aber auch Reaktionen der Haut, der Augen, des Magen-Darm-Trakts oder allgemeine Beschwerden wie Fieber oder Müdigkeit können auftreten. Je nach Schweregrad kann eine Allergie das Leben der Betroffenen stark beeinflussen. Worauf zu achten ist, wenn Einsatzkräfte der Feuerwehr unter allergischen Reaktionen auf Pollen, Gräser oder Tierhaare leiden, verrät die Feuerwehr-Unfallkasse für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (HFUK Nord).

Da Allergien mit gesundheitlichen Einschränkungen und Leistungseinbußen einhergehen können, rät die Feuerwehr-Unfallkasse auf jeden Fall dazu, die Situation im Feuerwehrdienst im Blick zu haben. Einsatzkräfte haben ständig Kontakt mit der Umwelt, egal ob bei Übungen, bei Schulungen oder Einsätzen. Dort haben Sie häufig mit körperfremden Substanz, die Allergien auslösen können, zu tun. Die HFUK Nord nennt diese vier Beispiele:

  • Gräser- oder Blütenpollen: Bei Übungen im Freien, etwa bei einer Löschübung auf einem Freigelände, kann es bei Einsatzkräften zu Heuschnupfen kommen.
  • Tierhaare: Bei Tierrettungen kommen Einsatzkräfte unmittelbar mit den Tierhaaren in Kontakt. Eine allergische Reaktion können Juckreiz und Quaddeln auf der Haut sein.
  • Lebensmittelunverträglichkeiten: Wenn bei der Verpflegung an der Einsatzstelle die Kennzeichnung von Allergenen fehlt, kann es zu Lebensmittelunverträglichkeiten kommen. Essen beispielsweise Personen mit Laktose- oder Fructose-Intoleranz etwas, was die allergieauslösenden Stoffe enthält, bekommen sie Bauchkrämpfe und Durchfall.
  • Insektenstiche: Nicht selten entfernen Feuerwehrleute Wespennester. Der Stich einer Wespe oder einer Hornisse kann als allergische Reaktion Atemnot hervorrufen.

Die größte Gefahr ist, wenn Einsatzkräfte im Eifer der Situation erste Anzeichen einer allergischen Reaktion ignorieren. Wer trotzdem weitermacht, gefährdet sich und andere!


Besondere Vorsicht bei Atemschutzgeräteträgern

Besonders Atemschutzgeräteträger sollten auf allergische Reaktionen achten, denn sie sind laut Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 (FwDV 7) selbst dafür verantwortlich zu entscheiden, ob sie sich zum Tragen von Atemschutz in der Lage fühlen. Wenn das nicht der Fall ist, also wenn sie sich beeinträchtigt fühlen, müssen sie dies der zuständigen Führungskraft mitteilen. Asthma bronchiale beispielsweise ist für Atemschutzgeräteträger eine besondere Gefahr und laut G 26 ein Ausschlusskriterium für den Einsatz unter Atemschutz. Wer zusätzlich zum Atemwiderstand, der durch das Gerät entsteht, auch noch wegen der durch Asthma verengten Atemwege nur schwer Luft holen kann, sollte kein Atemschutzgeräteträger sein, denn er wird ein "unkalkulierbares Risiko für einen Angriffstrupp".  


Einsatzfähigkeit prüfen und anpassen

Wer eine Allergie hat, sollte den Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff möglichst vermeiden und wissen, was er in einem allergieauslösenden Fall tun muss, um die Beschwerden so schnell wie möglich zu reduzieren. Die HFUK Nord rät Allergikern zu einem offenen Gespräch mit der Wehrführung und Kameraden des Vertrauens darüber, was bei einer allergischen Reaktion zu tun ist.

Manche Allergie-Medikamente, sogenannte Antihistaminika, können Nebenwirkungen haben wie zum Beispiel ein eingeschränktes Reaktionsvermögen oder eine eingeschränkte Fahrtauglichkeit. Auch das sollte bei Einsatzkräften natürlich beachtet werden!

Wenn eine Allergie bedeutet, dass ein Feuerwehrmann seine jeweilige Tätigkeit nicht mehr ausführen kann, dann sollte er mit der Wehrführung über eine neue Funktion sprechen. Schließlich soll die betroffene Person vor Gesundheitsschäden während des Dienstes geschützt, gleichzeitig aber als voll einsatzfähiges Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr gehalten werden.

Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie das Setzen von Cookies in Ihrem Browser.    weitere Infos OK