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Arbeitsunfälle in der Zeitarbeit 2008 bis 2017

VBG veröffentlicht Report Zeitarbeit

In der Zeitarbeit ist die Zahl der Rentenfälle aufgrund von Arbeitsunfällen zwischen 2008 und 2017 um 20 % gesunken. Und auch die Unfallhäufigkeit hat abgenommen. Das sind nur zwei der Ergebnisse aus dem Report Zeitarbeit, den die Unfallversicherung VBG jetzt vorgelegt hat. Der Bericht betrachtet die Entwicklung des Unfallgeschehens in der Zeitarbeit in den vergangenen 10 Jahren. Der Schwerpunkt des liegt auf dem Thema "Schwere Arbeitsunfälle".

18 % der bei der VBG versicherten Beschäftigten und freiwillig Versicherten sind in der Branche Zeitarbeit tätig. Damit ist sie, was die Anzahl der Versicherten angeht, die größte zusammenhängende Einzelbranche in der VBG. 24,5 % der Zeitarbeiter waren 2017 in der Lagerwirtschaft tätig, 14,4 % in der Metallerzeugung, -bearbeitung und Metallbau und 3,7 % in Pflegeberufen.

Die wichtigsten Ergebnisse des VBG-Reports Zeitarbeit:

  • Das Unfallgeschehen in der Zeitarbeit ist rückläufig. Die absolute Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle stieg ab 2014 zwar leicht an (von 37.642 in 2013 auf 42.054 in 2017). Gleichzeitig war aber auch bei der Zahl der Versicherten ein starker Anstieg zu sehen (von 865.354 in 2013 auf 1.032.238 in 2017). Die relative Unfallhäufigkeit, also die Unfallhäufigkeit bezogen auf 1.000 Versicherte, ist damit von 34,5 in 2008 auf 22,3 in 2017 gesunken.
  • Die Anzahl der neuen Rentenfälle aus Arbeitsunfällen sank in den Jahren 2008 bis 2017 um über 20 %. Für die VBG ein Beweis dafür, dass die Zahl der schweren Unfälle sinkt.
  • Es waren in 2017 mit 87,2 % wesentlich öfter Männer in Arbeitsunfälle in der Zeitarbeit verwickelt als Frauen. Auch bei den Rentenfällen sind die Männer zahlenmäßig weit vorne. Angesichts der Bereiche und Branchen, in denen Zeitarbeit am meisten vertreten ist (unter anderem Lagerwirtschaft und Metallbau), dürfte das kein Wunder sein.
  • Junge Menschen bis 34 Jahre haben in der Zeitarbeit viele Unfälle, dabei aber weniger schwere. Menschen ab 45 haben weniger Unfälle als die Jungen, dafür aber öfter welche mit schweren Folgen
  • Nach der beruflichen Tätigkeit betrachtet haben Hilfsarbeiter am häufigsten einen Arbeitsunfall. 53,1 % der Arbeitsunfälle in 2017 gingen auf ihr Konto.
  • 80,5 % der Unfälle geschahen im gewerblichen, industriellen Bereich, 6,9 % auf dem Bau (mit Steinbruch und Tagebau).
  • 32,6 % der Unfälle geschahen in einer Bewegung – dazu zählen gehen, laufen, hinaufsteigen, hinabsteigen … Am zweithäufigsten geschah ein Unfall bei der manuellen Handhabung von Gegenständen (24 %), beim Arbeiten mit Handwerkzeugen (17,8 %) beim Transport von Hand 10,4 %) und beim Bedienen einer Maschine (7,1 %).
  • Was die Verletzung angeht, weichen die Zahlen aus dem VBG-Zeitarbeitsreport kaum vom allgemeinen Durchschnitt aller Berufsgenossenschaften ab: In knapp über einem Drittel aller Fälle wurden Hand und/oder Finger verletzt. Der Bereich rund um den Fuß war in 17 % der Arbeitsunfälle betroffen, gefolgt von Arm und Schulter mit jeweils knapp über 14 %
  • 36,6 % der neuen Unfallrenten aus Arbeitsunfällen sind mit Abstürzen in Verbindung zu bringen, also dem Absturz einer Person oder einem Sturz durch zum Beispiel Stolpern. 32,5 % der neuen Rentenfälle entstanden beim Umgang mit Maschinen, Fördermitteln, Handwerkzeugen, Gegenständen. Hier handelt es sich nicht um die häufigsten Unfälle, aber Abstürze oder Kontrollverlust über Maschinen oder Werkzeuge haben wesentlich öfter schwere Unfallfolgen.
  • 2017 gab es in der Zeitarbeit 14 tödliche Arbeitsunfälle. 2016 waren es 5.

Die Zahlen sieht die VBG als Ansporn, Betriebe weiter bei der Prävention zu unterstützen.  Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und die Beurteilung arbeitsplatzbezogener Belastungen in der Zeitarbeit seien Themen, die die Branche zunehmend beschäftigten.

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