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Burnout-Prävention im Betrieb: Wissen und handeln

Neues BGHW-Wissensmodul und viele Burnout-Infos

Es kann jeden treffen, es kommt ganz langsam und jeder zweite Beschäftigte fühlt sich davon bedroht: Wenn die Kraftreserven leer sind und die Motivation fehlt, können das Anzeichen für ein Burnout-Syndrom sein. Damit Kollegen, Chefs und Betroffene selbst den Ernst der Lage möglichst früh erkennen und etwas gegen die psychische Erkrankung tun können, bietet die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) das neue Wissensmodul "Psychische Belastung und Beanspruchung – Beanspruchung im Detail: Burnout" an. Eins von vielen Modulen zu diesem wichtigen Thema im Online-Nachschlagewerk "Kompendium Arbeitsschutz" von der BGHW.


Burnout-Ursachen und -Symptome

"Burnout" bedeutet so viel wie "ausbrennen". Der Psychoanalytiker Herbert Freudenberg prägte den Begriff Anfang der 1970er. Zunächst dachte man, die Erkrankung beträfe nur Beschäftigte in helfenden Berufen wie der Krankenpflege oder dem Lehramt. Mittlerweile ist das "Ausgebranntsein" als Krankheit weit verbreitet in allen Berufen, in allen Branchen und auf allen Unternehmens-Ebenen. Arbeitspsychologin Kathrin Schwarzmann erklärt, wen die Krankheit am häufigsten trifft: "Häufig sind es Menschen, die sehr ehrgeizig und engagiert sind und die hohe Ansprüche an sich selbst und andere stellen." Sie nähmen jede Herausforderung an, sie wollten alles schaffen – dabei kämen aber die eigenen Bedürfnisse und vor allem die dringend notwendige Erholung zu kurz.

Folgende Gegebenheiten können Ursachen für ein Burnout sein:

  • andauernde Arbeitsüberlastung
  • hoher Zeit- und Leistungsdruck im Betrieb
  • mangelnde Unterstützung und Wertschätzung von Kollegen und Vorgesetzten
  • private Konflikte
  • Doppelbelastungen durch Beruf, Familie, Haushalt und die Pflege von Angehörigen

Meistens treffen mehrere dieser Faktoren zusammen und lösen die psychische Erkrankung aus.

Der Begriff "Burnout" ist zwar bekannt und in aller Munde. Eine einheitliche oder verbindliche medizinische Definition des Krankheitsbildes gibt es aber bis heute nicht, wie die Arbeitspsychologin erklärt. "Erste Anzeichen können eine anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung sein, die auch durch Wochenenden oder Urlaub nicht aufgefangen werden", so Schwarzmann.

  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Leistungsabfall
  • Sozialer Rückzug
  • Innere Unruhe
  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit
  • Ständige Gereiztheit

... können Anzeichen dafür sein, dass jemand an einem Burnout erkrankt ist.


Wenn die Psyche den Körper schwächt

Mit einer geschwächten Immunabwehr oder psychosomatischen Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Problemen, Verdauungsproblemen, Rückenschmerzen, Schwindel, Gewichtsverlust oder Tinnitus kann sich der seelische Zustand der Betroffenen auch in körperlichen Symptomen zeigen.

Die BGHW-Expertin empfiehlt allen, die solche Signale an sich beobachten: Suchen Sie sich frühzeitig Hilfe! Der Hausarzt ist laut Schwarzmann der erste Ansprechpartner. Gespräche mit der Führungskraft und Kollegen könnten dazu beitragen, die Situation am Arbeitsplatz zu verbessern. Die Lösung für ein solches psychisches Problem liege manchmal ganz nah: Schon eine klare Aufgabenverteilung, weniger Zeitdruck oder mehr Handlungsspielraum könnten die Situation entschärfen.

Die Arbeitspsychologin sieht Arbeitgeber in der Präventions-Pflicht: Sie sollten nicht nur gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen schaffen, sondern sie müssten die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz auch in einer Gefährdungsbeurteilung betrachten. Werden Gefahren erkannt, müssen Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen.

Neben den "harten Fakten" aus der Gefährdungsbeurteilung sollten Führungskräfte und Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für die Themen psychische (Fehl-)Belastungen und psychische Erkrankungen sensibilisieren. Obwohl Burnout weit verbreitet ist, ist es in einigen Betrieben immer noch ein Tabu-Thema.

Die BGHW informiert in einem neuen Wissensmodul im Kompendium Arbeitsschutz über "Psychische Belastung und Beanspruchung - Beanspruchung im Detail: Burnout". Dort finden Sie außerdem weitere tiefgreifende Infos über die psychische Erkrankung.

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