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Backwaren-Verkauf mit bloßen Händen genauso hygienisch wie mit Handschuhen

BGN widerspricht DISQ-Studie zur Hygiene in Bäckereien

"Dass Verkäuferinnen und Verkäufer die Ware mit der bloßen Hand anfassen, ist nicht nur ein Ärgernis für Kunden, sondern ist auch in puncto Lebensmittelhygiene kritisch zu sehen" – mit dieser Aussage zu seiner "Servicestudie Bäckerei-Ketten" hat das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) die Diskussion um das Tragen von Schutzhandschuhen beim Verkauf von Lebensmitteln neu entfacht. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) widerspricht direkt: Nicht nur wenn Bäckereiverkäufer eine Zange benutzen, ist die Abgabe der Backwaren an Käufer aus hygienischer Sicht völlig okay. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: Sogar wenn sie die Brötchen, Brote & Co. mit der bloßen Hand statt mit Hygienehandschuhen anfassen, spielt das für die Hygiene keine Rolle: "Die Benutzung von Handschuhen bringt keinen hygienischen Vorteil", erklärt Hygieneexperte und Mikrobiologe Dr. Roland Sohmen von der BGN. "Dies liegt vor allem daran, dass Bargeld weitaus geringer mit Keimen belastet war als bisher angenommen."

Dieses Ergebnis einer wissenschaftlich belastbaren Studie dürfte dann doch die meisten überraschen. Die Oberfläche von Backwaren, die mit der bloßen Hand gereicht wurden, und Backwaren, die mit Schutzhandschuhen an den Käufer übergingen, waren hygienisch vergleichbar. Und das wichtigste: Bei beiden Arten der Warenübergabe war die Hygiene einwandfrei und nicht zu beanstanden, so die Berufsgenossenschaft. Schon vor Jahren hatte die BGN empfohlen, aus Hautschutzgründen beim Verkauf an Frischetheken auf Einweghandschuhe zu verzichten.


Schutzhandschuhe gefährden die Hautgesundheit

Dass es für die Haut der Beschäftigten in der Regel nicht gut ist, wenn sie am Tag stundenlang in Schutzhandschuhen steckt, ist keine Frage. So waren es auffällig viele Hauterkrankungen beim Verkaufspersonal in Bäckereien, die die BGN zu ihrer Hygiene-Studie veranlassten.

Muss ein Beschäftigter zum Beispiel mehr als 2 Stunden Feuchtarbeit am Tag leisten, spricht man davon, dass er eine hautgefährdende Tätigkeit ausführt. Die Risiken, dass Hautekzeme, Allergien und andere dermatologische Probleme entstehen, sind bei solchen Tätigkeiten extrem hoch. Unter Feuchtarbeit fällt auch das Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen, schließlich sind die Hände darin meist in einem feuchten Milieu gefangen.

Mit einem Hautschutzkonzept sollten Betriebe Hautkrankheiten vorbeugen. In einem solchen Plan steht, wann Beschäftigte ihre Hände mit welchen Mitteln reinigen und pflegen sollten.

Beobachten Beschäftigte schon kleine Hautschädigungen wie Rötungen, Schuppen oder Juckreiz, empfehlen die Berufsgenossenschaften, einen Hautarzt oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit aufzusuchen. Werden Dermatosen früh behandelt, stehen die Heilungschancen meist gut.

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