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Arbeitsschutz im Betriebspraktikum: Diese Regeln gelten

Von Arbeitszeit bis Unterweisung – das sollten Sie beachten!

Was gilt für Schüler, die ein Betriebspraktikum machen, in Sachen Arbeitsschutz? Damit das Hineinschnuppern in  das Arbeitsleben eine interessante Erfahrung ohne böse Folgen wird, informiert das Dezernat Arbeitsschutz des Regierungspräsidiums Gießen, worauf Unternehmen achten müssen. "Arbeitsschutz ist ein Thema, das vom ersten Kontakt mit der Berufswelt eine große Rolle spielt, gerade auch für Jugendliche", so Arbeitsschutzexperte Günter Foth vom RP Gießen.

Das sind die wichtigsten Punkte zum Arbeitsschutz im Betriebspraktikum:

  • Arbeitszeit: Jugendliche, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen höchstens 35 Stunden die Woche arbeiten, sprich: täglich höchstens sieben Stunden. Für die älteren Schulpraktikanten gilt die 40-Stunden-Woche, auf die sie mit 8-Stunden-Tagen kommen.
  • Pausen: "Bei Arbeitszeiten von mehr als viereinhalb Stunden dauern die Pausen insgesamt 30 Minuten. Wird mehr als sechs Stunden gearbeitet, betragen die Pausen insgesamt mindestens eine Stunde", erklärt Foth. Grundsätzlich darf keine Pause kürzer als 15 Minuten sein.
  • Arbeitskleidung: Die Jugendlichen sollten sich schon vor Praktikums-Beginn informieren, ob Arbeitskleidung vorgeschrieben ist und wenn ja welche. Das kann festes Schuhwerk genauso sein wie eng anliegende Kleidung und keine losen Bänder oder Gürtel. Das sind zum Beispiel die Vorschriften für metallverarbeitende Betriebe.
  • PSA: Ist Persönliche Schutzausrüstung (PSA) etwa in Form von Sicherheitsschuhen nötig, muss der Betrieb diese zur Verfügung stellen, so wie er auch seine Beschäftigten mit vorgeschriebener PSA ausstatten muss.
  • Handy: Die Arbeitsschutz-Fachleute des RP Gießen weisen darauf hin, dass es nicht nur stört, wenn ein Praktikant "am Handy hängt", sondern dass dadurch auch die Aufmerksamkeit für das Geschehen in der Umwelt schwindet. Das heißt im Umkehrschluss: Die Unfallgefahr steigt! Deswegen sollten Praktikanten ihr Smartphone zu Hause lassen oder im Betrieb an einem geeigneten Ort ablegen.
  • Unterweisung: Praktikanten müssen an ihrem ersten Tag im Betrieb unterwiesen werden. In dieser Sicherheitsbesprechung sollte es um allgemeine Gefahren im Betrieb gehen (zum Beispiel wenn Staplerverkehr herrscht), aber auch um richtiges Verhalten in Situationen wie einem Brand im Betrieb oder den richtigen Umgang mit PSA.
  • Körperliche Belastung: Schulpraktikanten dürfen keine körperlich belastende Arbeit ausführen. Beim Lastgewicht gilt eine Grenze von regelmäßig 7,5 Kilogramm oder gelegentlich 10 Kilogramm. Auch ungünstige Körperhaltungen müssen vermieden werden.

 "Dass Arbeitsschutz bei Betriebspraktika eingehalten wird, ist leider nicht selbstverständlich", berichtet Günter Foth aus jahrelanger Erfahrung. Mit Kontrollen werde deswegen regelmäßig geprüft, ob die gesetzlichen Bestimmungen in Betrieben beachtet würden. "Damit wollen wir die Betriebe auch sensibilisieren. Wenn wir es schaffen, mit diesen Kontrollen nur einen einzigen – schlimmstenfalls tödlichen – Betriebsunfall zu verhindern, haben wir schon viel erreicht."

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