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Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Immer mehr Betriebe ergreifen Maßnahmen

IAB-Kurzbericht zu familienfreundlichen Maßnahmen in deutschen Unternehmen

Immer mehr Betriebe in Deutschland bieten Maßnahmen an, mit denen sich Beruf und Familie besser vereinbaren lassen. Seit 2002 ist der Anteil der Unternehmen mit solchen Angeboten stark gestiegen, und das über alle Betriebsgrößen hinweg. Während es lange meist große Betriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern waren, die darauf achteten, dass Beschäftigte Beruf und Familie flexibler unter einen Hut bringen konnten, haben die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in den letzten Jahren aufgeholt. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seinem IAB-Kurzbericht. Es hat in einer Studie mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main herausgefunden, welche Firmen am familienfreundlichsten sind und welche Maßnahmen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf am häufigsten angeboten werden.

Die bestehenden Maßnahmen für mehr Familienfreundlichkeit teilt das IAB in die Bereiche

  1. Betreuung von Kindern und Angehörigen
  2. Elternzeit und Elternförderung
  3. Arbeitszeitflexibilisierung und
  4. Familienservices wie Rechtsberatung und haushaltsnahe Dienstleistungen

ein.

Interessante Ergebnisse aus dem IAB-Kurzbericht im Überblick:

  • Die meisten Angebote betreffen die Elternzeit, gefolgt von Unterstützung bei der Kinderbetreuung.
  • 9% aller Betriebe bieten mittlerweile familienfreundliche Leistungen an. 2002 waren es noch weniger als 5 %.
  • Besonders stark sind Angebote für die betriebliche Kinderbetreuung gewachsen: Heute gibt es diese in etwa 8 % der Betriebe. 2002 waren es gerade einmal 2 %.
  • Je höher der Frauenanteil in einem Betrieb ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Arbeitgeber familienfreundliche Angebote bereitstellt. Den größten prozentualen Anstieg gab es in den letzten Jahren allerdings bei Firmen mit mittlerem oder geringem Frauenanteil.
  • Langzeitkonten, um Zeit für Freistellungen  für Familienzeiten zu sammeln, sowie Frauenförderungsmaßnahmen gibt es dagegen nur in 2 % der Betriebe.
  • Auch wenn Familienfreundlichkeit in allen Betriebsgrößen zugenommen hat, sind es immer noch die größeren Betriebe, in denen Mitarbeiter öfter davon profitieren. So gibt es Maßnahmen zur Frauenförderung bei 21 % der Betriebe mit mindestens 250 Beschäftigten.

Fazit: Alle Maßnahmen für die Familienfreundlichkeit führen dazu, dass Frauen nach Ablauf des Elterngeldanspruchs schneller an den Arbeitsplatz zurückkehren. Und: Je mehr familienfreundliche Maßnahmen ein Betrieb anbietet, desto kürzer sind die Erwerbsunterbrechungen der Mütter. Das heißt: Die Maßnahmen greifen!

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