Nachricht

Muster-Gefährdungsbeurteilung für den Einsatz von Exoskeletten

Kostenloser PDF-Download vom IFA

Exoskelette sind aus der modernen Arbeitswelt und vor allem aus dem industriellen Bereich nicht mehr wegzudenken. Die am Körper getragenen Bewegungshilfen sollen Beschäftigte bei anstrengenden Tätigkeiten wie dem Heben von Lasten oder der Überkopfarbeit mechanisch unterstützen. Allerdings steht die Forschung zur dauerhaften Nutzung von Exoskeletten in der betrieblichen Praxis und deren Wirkung auf die Mitarbeiter in vielen Bereichen noch relativ am Anfang. Fakt ist: Auch wenn ein Exoskelett die Arbeit erleichtern mag, so bleibt sie dennoch eine körperliche Beanspruchung. Der Nutzen und mögliche Schäden durch diese ergonomischen Hilfsmittel müssen also gut gegeneinander abgewogen werden – natürlich ist vor dem Einsatz eine Gefährdungsbeurteilung vorgeschrieben. Damit Arbeitsschutz-Verantwortliche überhaupt wissen, wo und wie sie da ansetzen können, bietet das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) eine Muster-Gefährdungsbeurteilung an. Diese soll dazu beitragen, dass Betriebe, die Exoskelette einsetzen möchten, Gefährdungen besser finden und beurteilen können.

Entstanden ist die Muster-GBU in einer Forschungskooperation, an der auch der DGUV-Fachbereich Handel und Logistik beteiligt war. Unter anderem sind Erfahrungen aus der Maschinensicherheit (bspw. kollaborierende Roboter), aus dem Bereich Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) und der Gefährdungsanalyse physischer Belastungen am Arbeitsplatz eingeflossen. Das IFA bemängelt, dass Herstellerfirmen die sicherheitstechnischen Erkenntnisse bei Exoskeletten, die es bereits am Markt gibt, noch nicht ausreichend umsetzen – "trotz teils gegenteiliger Behauptungen".

Wollen Betriebe also Exoskelette einsetzen, ist eine gute Analyse und eine Abwägung der Vor- und Nachteile oberste Priorität, damit das vermeintliche Hilfsmittel nicht mehr schadet als nutzt.

Die Muster-GBU können Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen. Es geht darin unter anderem um mögliche mechanische oder elektrische Gefährdungen der Exoskelett-Träger, um die Brandbekämpfung mit einem solchen Gerät am Körper oder um psychische Faktoren. Folgen Sie dem Link im rechten Bereich!


Übrigens: Ende 2019 soll die Leitlinie "Einsatz von Exoskeletten im beruflichen Kontext zur Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von arbeitsassoziierten muskuloskelettalen Beschwerden" von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) fertig sein.

Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren:

Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie das Setzen von Cookies in Ihrem Browser.    weitere Infos OK