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Einsatz von Fremdfirmen: Wer ist für den Arbeitsschutz zuständig?

Gemeinsame Gefährdungsbeurteilung als Basis für sicheres Arbeiten

Wer ist für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz verantwortlich, wenn Mitarbeiter von Fremdfirmen im Betrieb arbeiten? Wer ist denn dann der Arbeitgeber, der laut dem Arbeitsschutzgesetz für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten verantwortlich ist – der, bei dem die "Gäste" angestellt sind, oder der "Gastgeber", in dessen Betrieb sie tätig sind? Werner Lüth, Fachgebietsleiter Arbeitssicherheit beim TÜV Rheinland, erklärt die Verantwortlichkeiten.

Die Arbeitsschutz-Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter bleibt beim Arbeitgeber, also in diesem Fall bei dem Arbeitsschutz-Verantwortlichen der Fremdfirma. Doch auch der Auftraggeber, also der, in dessen Firma die "Gäste" arbeiten, hat Verantwortung. Er muss über die konkreten Gefahren in seinem Betrieb informieren und er muss sich vergewissern, dass die Fremdfirmen-Mitarbeiter durch ihre Vorgesetzten entsprechend unterwiesen wurden.


Neuer Betrieb – neue Gefährdungen

Oft sind es Wartungs- oder Reparaturarbeiten, die von Mitarbeitern einer Fremdfirma durchgeführt werden. Auch Spezialaufgaben werden gern an solche Externen gegeben. Natürlich sind die Mitarbeiter der Fremdfirma nicht mit den Gegebenheiten und Sicherheitsrisiken im Unternehmen des Auftraggebers vertraut. Im Gegenteil: Arbeiten Beschäftigte einer oder gar mehrerer Fremdfirmen in einem Betrieb, können neue Gefahren entstehen. Ein Beispiel vom Arbeitsschutz-Experten: Wenn Mitarbeiter eines Elektrounternehmens an der Decke einer Werkhalle Leuchtmittel ersetzen und dafür ein fahrbares Gerüst verwenden, entstehen neue, ungewohnte Gefährdungen für die Mitarbeiter, die sonst in dieser Halle tätig sind. Zum einen kann das Gerüst Wege blockieren; zum anderen können Gegenstände vom Gerüst herunterfallen. Lüth: "Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Beschäftigten auf die Gefahren und die notwendigen Schutzmaßnahmen hinzuweisen. Zudem muss er Vorkehrungen treffen, um die Gefahren zu verhindern, und das gesamte Vorgehen dokumentieren."


Mit der Gefährdungsbeurteilung auf neue Situationen reagieren

Die Vorgaben für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz müssen also solchen neuen Situationen angepasst werden. "Grundlage dafür ist eine Gefährdungsbeurteilung, die Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam erstellen", so Lüth weiter.

Schweißen, Arbeiten mit Absturzgefahr oder Reinigungsarbeiten in Silos sind besonders gefährliche Arbeiten, die von einer Aufsichtsperson überwacht werden müssen. Hier ist es an Auftraggeber und Auftragnehmer, zu vereinbaren, wer diese Aufgabe wahrnimmt. Die Beschäftigten müssen darüber informiert werden.

Nur wenn vor dem Einsatz einer Fremdfirma Prozesse und Verantwortlichkeiten festgelegt werden, haben Arbeitgeber alles für die Unfallprävention getan. All das ist außerdem zu dokumentieren.

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