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Welche BGF-Maßnahmen wirken am besten?

Verhaltens- oder Verhältnisprävention - auf welche Maßnahmen Sie setzen soltlen

Verhaltensprävention ist gut – Verhältnisprävention ist besser: Auf dieses Ergebnis kann man die Studie von zwei Forscherinnen herunterbrechen. Prof. Dr. Sonia Lippke von der Jacobs University Bremen und PD Dr. Aike Hessel von der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen haben anhand von über 4.000 Studienteilnehmern mittleren Alters mit sitzender Tätigkeit untersucht, welche Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) am besten wirken. Die Probanden stammten aus Australien, Belgien, Deutschland, Finnland, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden und den Vereinigten Staaten.


Eindeutige Ergebnisse: Diese Art der Prävention wirkt am besten

Grundsätzlich lohnt sich Prävention, zumindest wenn sie gut gemacht ist. Es gibt verschiedene Szenarien zum Return on Prevention, aber eins ist sicher: Sind die Mitarbeiter gesund, arbeiten sie besser und effektiver – und das zahlt in den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ein. Nun aber plump darauf zu setzen, dass das Rückentraining und der Ernährungs-Tag dafür sorgen, dass Beschäftigte sich gesünder verhalten, und die Arbeitsbedingungen dabei auszublenden, mag zwar bequem für Unternehmen sein, greift aber zu kurz. Im Gegenteil: Beschäftigte empfinden einen solchen Eingriff in ihr Verhalten häufig als unpassend oder sie fühlen sich bevormundet.

"Die Ergebnisse waren eindeutig: Verhältnisförderung ist am effektivsten und Verhaltensförderung ist weniger effektiv, aber trotzdem sinnvoll. Werden Maßnahmen angeboten, die beide Ansätze kombinieren, dann liegt die Wirksamkeit in der Mitte", so steht es in einer Pressemitteilung der Jacobs University.

Für Betriebe ist die interessante Information: Die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, der betrieblichen Rahmenbedingungen sowie der Tätigkeit ist zentral bei der Gesundheitsförderung. Setzen Sie also primär auf Verhältnisprävention! Beispiele sind ergonomische Bürostühle und Steh-Sitz-Arbeitsplätze für Büromitarbeiter. Jede Stunde aufstehen und Gymnastik zu machen, ist ebenfalls eine gute Idee, die aber oft an Zeitdruck scheitert oder daran, dass Kollegen oder Vorgesetzte eine solche Zusatzpause nicht gerne sehen – womit wir bei den Arbeitsbedingungen wären.

Um nachhaltig zu sein und langfristig zu wirken, sollte ein Gesundheitsmanagement außerdem strategisch aufgebaut werden. Die eine Stunde Rückenschule als einzige BGF-Maßnahme wird verpuffen. Aike Hessel erklärt: "Unternehmen sind gut beraten, wenn sie gesundheitsförderliche Bewegungsmöglichkeiten in den Arbeitsalltag ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen integrieren und die Verantwortung für ausreichende körperliche Aktivitäten nicht ausschließlich in den Freizeitbereich ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen delegieren."

"Auf jeden Fall ist die Gesundheitsförderung nicht alleinige Verantwortung der Mitarbeiter", sind sich die Forscherinnen sicher. Denn wenn Mitarbeiter zufriedener, motivierter und gesünder sind, dann ist das auch ein wesentlicher Bestandteil für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

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