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Hohe Dunkelziffer bei berufsbedingtem hellen Hautkrebs

Zahlen und Präventions-Infos von der DDG

3.887 anerkannte Fälle von berufsbedingtem Hautkrebs in 2017: Damit war die BK Nr. 5103 "Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung" 2017 die dritthäufigste Berufskrankheit. Fast 6.000 Verdachtsfälle wurden den Unfallversicherungen in 2017 gemeldet – doch diese erschreckenden Zahlen sind noch nicht alles: Die Dunkelziffer von Menschen, die wegen ihres Berufs an Hautkrebs erkrankt, ist sehr hoch. Das meint zumindest die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Prof. Dr. Peter Elsner erklärte auf der 50. Tagung der DDG, dass bei Weitem nicht alle Betroffenen zum Hautarzt gingen.

Erst seit 2015 kann der helle Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden, die bis heute vorhandene Anzahl an Betroffenen ist erschreckend. Sie arbeiten meist in Outdoor-Berufen, denn das Risiko für hellen Hautkrebs ist bei Menschen, die lange und viel draußen arbeiten und UV-Strahlung ausgesetzt sind, wesentlich höher als bei allen, die sich tagsüber in Räumen aufhalten. Am meisten gefährdet sind Untersuchungen der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zufolge Kanalarbeiter mit einem extrapolierten Jahresexpositionswert mit 581 Standard-Erythem-Dosen (SED), gefolgt von Steinbrechern mit 531 und Dach- und Fassadenbauern mit 494 SED. Grundsätzlich sind es also Beschäftigte in der Baubranche, im Gartenbau oder in der Landwirtschaft, die auf ihre Haut aufpassen sollten. Deutschlandweit arbeiten der DDG zufolge etwa 3 Millionen Menschen im Freien.


Übrigens: 1 SED reicht aus, um bei Menschen mit hellem Hauttyp einen Sonnenbrand auszulösen.


Daran erkennen Sie hellen Hautkrebs

Rötungen und Schuppungen auf Hautbereichen, die viel der Sonne ausgesetzt sind, können erste Anzeichen für hellen Hautkrebs sein. Zeigen sich solche aktinischen Keratosen zum Beispiel im Gesicht oder auf den Handrücken, ist Beobachten angesagt, denn sie können zu invasiven Plattenepithelkarzinomen werden. Diese "können Knoten oder Geschwüre bilden und über Tochtergeschwülste auch tödlich verlaufen", warnt die DDG. Aktinische Keratosen können medikamentös behandelt werden; bei Plattenepithelkarzinomen ist meistens eine Operation notwendig.


Regelmäßige Untersuchung und andere Präventionsmaßnahmen

Prof. Dr. Elsner empfiehlt sogenannten "Outdoorworkern" deswegen eine regelmäßige dermatologische Untersuchung. Erst wenn heller Hautkrebs diagnostiziert und aufgrund des Berufslebens des Patienten eine Verdachts-Meldung an die gesetzliche Unfallversicherung erfolgt sei, könne die BK anerkannt werden. Die gesetzliche Unfallversicherung ist dann lebenslang zu Leistungen verpflichtet, die umfangreicher sind als die der gesetzlichen Krankenversicherung.

Arbeitgeber sollten die Risikogruppe "Outdoorworker" besser schützen, in erster Linie durch technische Maßnahmen (bspw. Beschattung), wenn diese ausgeschöpft sind durch organisatorische (bspw. Verlegung der Arbeitszeit auf frühmorgens) und als Letztes durch persönliche Schutzmaßnahmen (bspw. Kleidung mit UV-Schutz). "Viele Unternehmen haben die einfachen Möglichkeiten zur Hautkrebsprävention noch nicht erkannt, geschweige denn umgesetzt", meint Prof. Dr. Elsner.

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