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2 Alltagszustände – 2 große Gefahren im Verkehr

Pollenallergie und Müdigkeit beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit

Dass Alkohol am Steuer ein No-go ist, muss nicht diskutiert werden. Aber wussten Sie, dass es zwei "Zustände" gibt, die die meisten Menschen im Alltag kennen, aber nie als Gefahr für die Verkehrssicherheit wahrnehmen? Einer dieser Zustände ist sogar mit einem Promille-Pegel von 0,5 vergleichbar! Bei den beiden Gefährdungs-Faktoren handelt es sich um Müdigkeit und Pollen-Allergien.


Pollenallergie so gefährlich wie Alkohol

Egal ob Sie auf dem Weg zur Arbeit oder vielleicht sogar Berufskraftfahrer sind: Heuschnupfen kann so gefährlich sein wie Alkohol und dementsprechend Ihre Fahrsicherheit beeinträchtigen. Sich mit einer Pollenallergie hinters Lenkrad zu setzen sei so gefährlich, wie mit 0,5 Promille am Straßenverkehr teilzunehmen, berichten Forscher des Allergie-Centrums der Berliner Charité. Wie das European Center for Allergy Research Foundation (ECARF) berichtet, können sich die meisten Menschen mit Heuschnupfen nur eingeschränkt auf den Verkehr konzentrieren. Logisch, denn ständiges Niesen, Naseputzen und tränende Augen lenken ab. 75 von 100 Befragten gaben an, dass ihre Allergie-Beschwerden sie vom Straßenverkehr ablenken. 7 von 20 Befragten sagten sogar, dass ihre Allergie-Symptome schon mit verantwortlich für einen Unfall oder zumindest für einen Beinaheunfall waren.

Trotzdem nimmt nicht einmal die Hälfte Medikamente gegen ihre Allergie. Die Klimaanlage auf Umluft zu schalten, damit keine Frischluft ins Wageninnere gelangt, könnte helfen, daran denkt aber nur ein Drittel der Befragten. Die meisten Betroffenen lassen zumindest die Fenster und das Dach geschlossen, um das Eindringen von Pollen zu verhindern.


Müdigkeit am Steuer – gern unterschätzt und trotzdem gefährlich

Ein weiterer Faktor, der die Verkehrssicherheit stark beeinträchtigt, ist die Müdigkeit am Steuer. 2017 gab es deswegen 1.940 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. 3.064 Personen wurden dabei verletzt oder getötet. Unglaublich, aber wahr: Jeder vierte Autofahrende ist schon einmal hinter dem Steuer eingeschlafen! "Die Dunkelziffer für müdigkeitsbedingte Verkehrsunfälle liegt voraussichtlich weit höher. Solche Unfälle sind für die Polizei oft schwer nachzuweisen und Betroffene geben ihre Müdigkeit vermutlich nicht zu, wenn sie strafrechtliche Konsequenzen fürchten", erklärt Prof. Dr. Walter Eichendorf, der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

Lkw-Fahrer sind für den sogenannten "Sekundenschlaf" besonders gefährdet: Monotone Strecken, lange Fahrten und Fahrten bei Nacht sorgen dafür, dass sie Gefahr laufen, während der Fahrt einzunicken. Und auch wenn 85 % der Lkw-Fahrer meinen, dass sie einen Sekundenschlaf bemerken, bevor er passiert, und dadurch verhindern können, sind auf dem Holzweg: Weder durch Erfahrung noch durch Willenskraft können sie einen solchen "Aussetzer" vermeiden, wie Experten betonen.


Übrigens: Auch Pendler – und das sind immerhin 60 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – haben ein erhöhtes Risiko, am Steuer einzuschlafen.


Das beste Mittel gegen Müdigkeit am Steuer ist - klar - ausreichend Schlaf. Im Zweifelsfall sollten Sie eine Pause einlegen und auf dem Rastplatz ein Nickerchen von 10 bis 20 Minuten machen, bevor Sie sich und andere mit Ihrer Müdigkeit gefährden. Eine kurze Bewegungspause bringt den Kreislauf in Schwung und kann ebenfalls helfen.


Übrigens: Die Suva bietet Anti-Müdigkeits-Tipps an, von denen Sie einige bestimmt noch nicht kennen!

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