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WHO: 2020 ist 'Jahr der Pflegenden und Hebammen'

WHO erstellt Reporte – Berufsverbände sind gespannt

Für mehr Anerkennung und Unterstützung von Pflegekräften und Hebammen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Jahr 2020 zum internationalen Jahr der Pflegenden und Hebammen (Year of the Nurse and Midwife) ausgerufen. Beschlossen wurde das auf der 72. Jahresversammlung der WHO. Passender Anlass für das Aktionsjahr ist der 200. Geburtstag von Florence Nightingale, die die Krankenpflege etablierte und den Grundstein für die Pflege als Ausbildungsberuf legte. Das internationale Jahr der Pflegenden und Hebammen soll weltweit darauf aufmerksam machen, wie elementar wichtig Pflegekräfte und Hebammen für die Gesellschaft sind. In Deutschland herrscht in beiden Berufen ein Mangel an Fachkräften; die Arbeitsbedingungen sind oft schlecht.


Aufmerksamkeit, weltweite Berichte, gespannte Berufsverbände

Die WHO arbeitet derzeit an einem ersten Bericht über Pflegearbeit weltweit, der schon 2020 veröffentlicht werden soll. Auch bei einem Report über den Stand von Hebammen wirkt die WHO mit.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) zeigt sich von der Idee des Aktionsjahres begeistert: "Immer stärker setzt sich weltweit die Erkenntnis durch, dass die spezifischen Kompetenzen und die am hilfebedürftigen Menschen orientierte Arbeit von Pflegefachpersonen für ein funktionierendes Gesundheitssystem von immenser Bedeutung sind. Wir erwarten, dass jetzt endlich auch in Deutschland die Pflegeberufe an allen wichtigen Entscheidungen im System beteiligt werden. Das Jahr der Pflegenden sollte schon im Vorfeld für kräftige Investitionen in die Profession sorgen, schließlich wurde allzu lange an Pflege gespart. Die anhaltend schlechten Arbeitsbedingungen und die chronische Überlastung beruflich Pflegender sprechen eine deutliche Sprache", erklärt die DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

Der nordrhein-westfälische Landesverband der Hebammen legt Wert darauf, dass klar zwischen Hebammen und Pflege unterschieden wird; Hebammen seien schließlich keine Pflegenden. Der Hebammen-Verband zeigt sich gespannt auf die Umsetzung und die Auswirkungen des Aktionsjahres. Mit der Reform der Hebammenausbildung ist 2020 auch für diese Berufsgruppe ein Jahr der Ereignisse.

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