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Gewalt gegen Beschäftigte: Infos und neue Broschüre

Meldepflicht, erste Hilfe, nützliche Links

Viele in Pflegeberufen Beschäftigte haben schon verbale oder körperliche Gewalt durch Patienten oder Klienten erlebt. Wenn ein solcher Gewalt-Vorfall einen Gesundheitsschaden bei der Pflegekraft verursacht, dann handelt es sich dabei in der Regel um einen Arbeitsunfall – und das gilt für körperliche und für psychische Schäden, die aus einem solchen einschneidenden Ereignis entstehen! Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) kommt in einem solchen Fall für die "bestmögliche" medizinische Behandlung auf und kümmert sich "mit allen geeigneten Mitteln" um die Wiedereingliederung in den Betrieb.

"Verursacht ein Gewaltvorfall im Zusammenhang mit der Arbeit einen körperlichen Schaden oder eine psychische Erkrankung, handelt es sich versicherungsrechtlich um einen Arbeitsunfall", erklärt die BGW-Reha-Expertin Claudia Drechsel-Schlund. "Je nach Einzelfall kann das auch bei verbalen Übergriffen gegeben sein."


Meldepflicht bei Gewaltereignissen

Wie andere Arbeitsunfälle auch müssen Gewaltunfälle der BG gemeldet werden, wenn sie mehr als drei Kalendertage Arbeitsunfähigkeit verursachen. Weil die psychischen Folgen bei Gewalt- und anderen Extremerlebnissen aber oft zeitverzögert auftreten, empfiehlt die BGW ihren Mitgliedsbetrieben:

  • Melden Sie Extremereignisse wie schwere Körperverletzungen, Sexualdelikte oder (Raub-)Überfälle immer! Auch wenn sie auf dem Arbeitsweg passiert sind. Beschäftigte, die das Geschehen miterlebt oder Betroffenen geholfen haben und dadurch ebenfalls psychisch belastet sein können, sollten Sie bei der Meldung ebenfalls beachten.
  • Melden Sie Gewaltereignisse immer, wenn Sie psychische Auffälligkeiten bei direkt oder indirekt betroffenen Beschäftigten bemerken!
  • Treten Gewalt- oder Extremereignisse im Betrieb auffällig oft auf, nehmen Sie individuell Kontakt mit der BGW auf!
  • Beachten Sie bei der Meldung eines Gewaltereignisses, für das keine Meldepflicht besteht, aber Folgendes: Sie müssen die Zustimmung der betreffenden versicherten Person einholen, um den Fall an die Berufsgenossenschaft berichten zu können. Nicht meldepflichtig ist ein Ereignis, wenn es zum Beispiel keine dreitägige Arbeitsunfähigkeit einer der betroffenen Personen zur Folge hat.


Erste Hilfe für die Psyche, bevor ein Schaden zu bemerken ist

Die BGW betont, dass sie Erste Hilfe für die Psyche anbietet, bevor psychische Probleme sichtbar werden. Wer eine Extremsituation erlebt hat, kann telefonisch-psychologische Beratung oder bis zu fünf probatorische Sitzungen bei ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Auch eine eventuell erforderliche anschließende psychotherapeutische Weiterbehandlung geht auf Kosten der BGW.


Prävention dank Information

Am besten ist es natürlich, solchen Gewaltvorfällen bestmöglich vorzubeugen. Wie das gelingen kann, was nach einem Vorfall zu tun ist und wie die BGW ihre Mitgliedsbetriebe unterstützt, steht in der neuen Broschüre "Prävention von Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte".

Weitere Infos zur Prävention von und zum Umgang mit Gewalt am Arbeitsplatz finden Sie über die Links.

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