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Pflegekräfte aus dem Ausland: So steuern Sie die Integration

Kommunikation und Kontakt sind wichtig

Der Mangel an Pflegekräften führt dazu, dass immer mehr Unternehmen im Ausland auf Fachkräftesuche gehen. Schon bevor der neue Mitarbeiter aus Polen, Spanien oder einem anderen Land dann im Betrieb anfängt, gibt es für den Arbeitgeber einiges zu tun. Und auch die ersten Tage und Wochen sollte der neue Mitarbeiter begleitet werden; denn Integration ist kein Selbstläufer. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gibt Tipps, was Sie tun können, damit sich "der Neue" oder "die Neue" und das bestehende Team gut aneinander gewöhnen.


Interkulturelle Zusammenarbeit aktiv fördern

Lassen Sie die Integration nicht einfach ihren Gang gehen, sondern lenken Sie sie und betrachten Sie sie: Das ist nicht nur zum Besten für die neue Pflegekraft, die sich in ihrem neuen Leben ja auch wohl fühlen soll; sondern auch der Rest des Teams wird es Ihnen danken. Aus Arbeitsschutz-Sicht betrachtet bedeutet das: Nur wenn ein Team gut und vor allem inklusiv zusammenarbeitet, stimmt das Betriebsklima. Das wiederum senkt das Unfallrisiko und verhindert psychische Belastungen.


Integration ins Pflege-Team: Das sind die Herausforderungen

Stephan Köhler, Präventionsexperte der BGW, weiß, welche Herausforderungen bei der Integration ausländischer Mitarbeiter entstehen können:

  • sprachliche Verständigungsprobleme
  • kulturelle Aspekte (etwa unterschiedliche Kommunikationsstile, Hierarchieverständnisse oder Umgangsweisen mit Zeit)
  • Anderes Aufgabengebiet: In vielen Ländern werden Pflegefachkräfte an Hochschulen ausgebildet und nehmen später auch Managementaufgaben und medizinische Tätigkeiten wahr. In Deutschland gehört das nicht zum Berufsbild.
  • Ausländische Ausbildungsabschlüsse werden nur zum Teil oder erst spät anerkannt. Betroffene müssen zunächst unterhalb ihrer Qualifikation arbeiten.


Den Neuanfang begleiten

"Integration ist kein Selbstläufer und insbesondere der Anfang häufig schwer", erklärt Köhler und rät, gerade zu Beginn einen engen Kontakt zum neuen Teammitglied zu knüpfen. Dafür schlägt er Willkommensaktionen vor: Man könne den Neuankömmling beispielsweise vom Flughafen abholen oder im bei einem gemeinsamen Frühstück den Kontakt anbieten. So könne man auch erfahren, wo es Hemmnisse gäbe. "Die individuellen Geschichten und Erwartungen zu kennen, hilft, Konflikten vorzubeugen oder sie zu lösen."


Sorgen und Vorbehalte ernst nehmen

Führungskräften rät der Experte, auch die Sorgen und Vorbehalte des vorhandenen Personals zu berücksichtigen und auch dieses nicht zu überfordern. Ein wertschätzender Umgang miteinander ohne Vorurteile muss gelebt werden, damit das Team offen und geduldig auf den neuen Mitarbeiter zugeht. Führungskräfte sollten hier Rückhalt bieten und gegenseitiges Verständnis fördern. Gezielte Fortbildungen seien eine gute Möglichkeit, um das zu lernen.


Systematisch vorgehen

Köhler empfiehlt außerdem, schon vor der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte ein Integrationskonzept zu erstellen, das auf alle Beteiligten eingeht. Feste Ansprechpersonen oder Partnerprogramme seien ein Mittel, um Beschäftigte miteinander ins Gespräch zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie die Situation aus dem Blickwinkel des anderen sehen können. "Wichtig ist auch, dass die neuen Arbeitskräfte nach einem erfolgreichen Einstieg nicht zu schnell sich selbst überlassen werden."

Kommunikation und Kontakt sind also wichtige Instrumente, um ausländische Beschäftigte ins bestehende Team zu integrieren. Wenn sich Vorgesetzte und Führungskräfte vorher einen Plan machen und diesen auch umsetzen, läuft die Eingliederung eines Mitarbeiters aus einem anderen Kulturkreis wie von selbst …

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