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OiRA: GBU-Tool auch für Großkonzerne geeignet

Gefährdungsbeurteilungs-Software entwickelt sich weiter

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) bietet mit der interaktiven Online-Gefährdungsbeurteilung (OiRA) ein kostenloses Tool an, das Unternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung hilft. Die Software hat sich schon vielfach bewährt. Wie die EU-OSHA jetzt nicht ohne Stolz mitteilt, eignet sie sich sogar für Großunternehmen: Seit Neuestem nutzt Daimler das GBU-Tool in angepasster Form für sich!

"Die deutsche Abteilung des Konzerns für Arbeitsschutzmanagement und Ergonomie hat auf der Grundlage der OiRA-Software ein Instrument für die Gefährdungsbeurteilung für den konzernspezifischen Einsatz entwickelt und angepasst", erklärt die EU-OSHA. Das Ansehen von OiRA als wirksame Plattform für Gefährdungsbeurteilungen werde gestärkt, wenn ein solcher Konzern das Tool nutze.


Übrigens: 2018 wurden mehr als 85.000 Gefährdungsbeurteilungen mit Hilfe von OiRA-Instrumenten durchgeführt.


Dr. Christa Sedlatschek, die Direktorin der EU-OSHA, betont, dass Daimler mit dieser Weiterentwicklung nicht nur für sich selbst Nutzen geschaffen, sondern wertvolle Vorarbeit geleistet habe, von der auch die breitere OiRA-Gemeinschaft profitieren könne. Die entwickelten Softwaremerkmale könnten auch von anderen Organisationen problemlos, zeit- und geldsparend angepasst und eingeführt werden. Die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung von OiRA ist laut Sedlatschek sowieso ein Gemeinschaftsprojekt, das nur durch den Austausch von Wissen und bewährten Verfahrensweisen zwischen der EU-OSHA, der OiRA-Gemeinschaft und Partnern auf EU- und nationaler Ebene funktioniert.


Übrigens: Die nationalen Partner veröffentlichten allein im Jahr 2018 20 neue OiRA-Instrumente. Insgesamt stehen jetzt über 160 Instrumente zur Verfügung. Einige Länder (zum Beispiel Italien) empfehlen sogar in ihrer Gesetzgebung die Verwendung von OiRA. Andere, wie Litauen und Slowenien, weisen in ihrer nationalen Arbeitsschutzstrategie darauf hin.


OiRA hat mal klein angefangen ...

Eigentlich war die OiRA-Plattform viel kleiner angelegt: Sie sollte nationalen Partnern der EU-OSHA (wie Ministerien und Arbeitsaufsichtsbehörden) branchenspezifische und den jeweiligen nationalen Bedingungen angepasste Instrumente bereitstellen, mit denen sie Risiken für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz beurteilen können sollten. Das Tool wurde speziell auf Kleinst- und Kleinunternehmen zugeschnitten, denn gerade dort tut eine Hilfe für die GBU-Erstellung oft Not, weil Ressourcen fehlen. Häufig ist schlicht nicht genügend Personal mit Fachwissen vorhanden, das sich um die strukturierte, fortzuschreibende Gefährdungsbeurteilung kümmern kann. Wie Daimler jetzt beweist, lässt sich das OiRA-Anwendungsprogramm aber auch an die Anforderungen von Großunternehmen aller Branchen anpassen.

Diese Vorteile von OiRA listet die EU-OSHA auf:

  • Es ist kostenfrei und problemlos einsetzbar.
  • Es bietet Orientierungshilfen und praktische Lösungen.
  • Es ermöglicht eine branchenspezifische Herangehensweise an die Gefährdungsbeurteilung.
  • Es kann Unternehmen bei der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen unterstützen.
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