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Trotz Digitalisierung: Persönliche Unterweisung ist unverzichtbar

Software und E-Learning können Gespräche nicht ersetzen

Mitarbeiter zu unterweisen ist Pflicht. Mindestens einmal im Jahr (so steht es in der DGUV Vorschrift 1) müssen Führungskräfte, Chefs oder Arbeitsschutz-Verantwortliche ihre Beschäftigten auf wichtige Themen ansprechen, die der Sicherheit dienen, zum Beispiel Erste Hilfe im Betrieb oder Brandschutz. Jugendliche müssen sogar halbjährlich unterwiesen werden. Kommt ein neuer Mitarbeiter ins Unternehmen, muss er ebenfalls eine Unterweisung bekommen. Auch bei Neuerungen an Prozessen und Arbeitsweisen ist eine Unterweisung der betroffenen Mitarbeiter nötig. Neben allgemeinen Sicherheitsthemen gilt es also auch, in Unterweisungen arbeitsplatzspezifische Dinge zu besprechen, wie etwa den Umgang mit Maschinen. Sie finden, das klingt umständlich, und das könnte man doch alles digital machen? E-Learning und Software gibt es doch genug? Besser nicht! Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) betont, dass Verantwortliche ihre Mitarbeiter auch im digitalen Zeitalter persönlich unterweisen sollten – das sei unverzichtbar. Digitale Lernprogramme und andere elektronische Medien sollten lediglich unterstützen und helfen.


Digitale Medienangebote können eine Unterweisung nie ersetzen

Digitale Medienangebote gibt es natürlich auch für viele Arbeitsschutzthemen. "Sie können dort einiges zur Wissensvermittlung und -prüfung beitragen und darüber hinaus motivierend wirken", erklärt Bernd Fischer, Präventionsexperte der BGW. "Auch bei der Unterweisung lassen sich digitale Elemente mit einsetzen." Lernprogramme und andere elektronische Medien behandelten Themen aber natürlich immer unabhängig von der individuellen Situation im einzelnen Betrieb. Statement des Experten:"Deshalb reichen sie als alleinige Mittel für die Unterweisung nicht aus."

Fischer erläutert, warum die Unterweisung vom persönlichen Austausch lebt: "Dort kann man Dinge vor Ort zeigen und gegebenenfalls gemeinsam ausprobieren, auf Besonderheiten hinweisen und Fragen der Beschäftigten klären." Für manche Themen sei die Pflicht zur mündlichen Unterweisung sogar in Verordnungen festgeschrieben. Das betreffe etwa den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen und mit Gefahrstoffen.

Der Unterweisende muss außerdem sichergehen, dass alle Beschäftigten die Unterweisung verstanden haben – mit Online-Programmen ist das nicht möglich.

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