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Krankenstand im Handwerk 2018: wenig psychische Probleme

Zahlen zur Handwerker-Gesundheit von der IKK classic

Handwerker scheinen zur robusten Sorte der Beschäftigten zu gehören. Während im Jahr 2018 bei den Beschäftigten aller Branchen 15,6 % der Krankschreibungen wegen psychischer Beeinträchtigungen stattfanden, waren es bei den Handwerkern nur 12,7 %. Und obwohl in handwerklichen Berufen meist körperliche Arbeit an der Tagesordnung ist, war der Krankenstand mit 5,3 % nur minimal über dem Schnitt der Gesamtheit der Arbeitnehmer, wo er 5,2 % betrug. Diese Zahlen der IKK classic lassen vermuten, dass Handwerker gesundheitlich besonders stabil sind. Die Zahlen der Innungskrankenkasse basieren auf den Daten von mehr als 1,6 Millionen Erwerbspersonen, davon rund 500.000 im Handwerk.

Weitere Fakten zum Gesundheitszustand der Beschäftigten im Handwerk:

  • Der Anteil der psychischen Erkrankungen an den Krankschreibungen betrug im Jahr 2018 oben genannte 12,7 %. Im Jahr 2017 waren es noch 12,9 % gewesen.
  • Die sogenannte "Gesundheitsquote" beträgt im Handwerk 43,4 %. Das heißt, dass 43,4 % der Arbeitnehmer keinen einzigen Tag krank geschrieben waren. Auf alle Arbeitnehmer gesehen trifft dies auf 42,5 % zu. "Handwerker sind mehrheitlich in kleinen und mittleren Betrieben beschäftigt, in denen man stark aufeinander angewiesen ist. Hier ist es schwer, schnell Ersatz für krankheitsbedingte Ausfälle zu bekommen, sodass das Fehlen von Kollegen gravierende Folgen für die Arbeitsabläufe haben kann", erklärt IKK-classic-Pressesprecher Michael Förstermann den Grund für die höhere Quote im Handwerk.
  • Bei der Gesundheitsquote fallen allerdings regionale Unterschiede auf: In Thüringen lag sie lediglich bei 37,1 %, in Baden-Württemberg bei 46,9 % und in Bayern sogar bei 49,1 %.
  • Auch beim Krankenstand zeichnen sich ähnliche regionale Unterschiede ab: Mit 6,3 % waren die handwerklich Beschäftigten in Thüringen am häufigsten krank geschrieben. Die Bayern und Baden-Württemberger wiesen mit 4,8 % den geringsten Krankenstand auf.
  • Wenn man die Gewerke betrachtet, ergibt sich folgendes Bild: Mit 6,2 % ist der Krankenstand im Baugewerbe am höchsten, mit 4,8 % im Gesundheits- und Reinigungsgewerbe (einer Branche mit einem hohen weiblichen Beschäftigungsanteil von 78,9 %) am niedrigsten.
  • Dies lässt auf Geschlechterunterschiede bei den Arbeitsausfalltagen schließen, die sich auch bei weiterer Betrachtung bestätigen: Arbeitnehmerinnen zwischen 50 und 59 Jahren weisen einen Krankenstand von 5,9 % gegenüber 7,1 % bei den Männern auf. Ab dem Alter von 60 Jahren wird die Lücke zwischen den Geschlechtern größer: Der Krankenstand der Frauen liegt in dieser Altersgruppe bei 7,3 %, bei den Männern bei 10,4 %.
  • Die am häufigsten auftretende Krankheitsursache im Handwerk sind mit 33,5 % Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) (gesamt: 30,4 %). 17,2 % des Krankheitsgeschehens werden im Handwerk von Verletzungen und Vergiftungen verursacht (gesamt: 15,3 %), gefolgt von Krankheiten des Atmungssystems mit 14,5 % (gesamt: 16,2 %).
  • Über dem Durchschnitt liegt im Handwerk die Menge der Langzeiterkrankungen, die länger als 42 Tage dauern: Mehr als die Hälfte, nämlich 50,8 % der Fehltage im Handwerk, sind auf solche lange andauernden Ausfälle zurückzuführen (gesamt: 46,8 %). Grund dafür könnten die älter werdenden Belegschaften und der anhaltend hohe Prozentsatz an MSE sein.
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