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Änderung der ArbMedVV: Angebotsvorsorge bei UV-Strahlung

Arbeit im Freien kann Vorsorgeuntersuchung verlangen

Die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) wurde geändert: Ab sofort müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung anbieten, wenn sie viel im Freien arbeiten und damit viel natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt sind - genauer: bei "Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag". Damit wurde eine Empfehlung des Ausschusses für Arbeitsmedizin (AfAMed) umgesetzt. Das Ziel ist, durch den neuen Angebotsvorsorgeanlass die hohe Zahl der Fälle der Berufskrankheit BK 5103 "Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung" zu reduzieren.

Im Bereich der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) ist weißer Hautkrebs bisher im Jahr 2019 die am häufigsten angezeigte Berufskrankheit. Grundsätzlich ist die Zahl dieser Bk seit dem Jahr 2015, seitdem sie überhaupt erst als solche anerkannt werden kann, in die Höhe geschnellt. Im Jahr 2017 war sie bereits die dritthäufigste anerkannte Berufskrankheit, 2018 schaffte sie es schon auf Platz 2. Experten vermuten außerdem, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist.


Diskussion um Angebots- und Pflichtvorsorge beendet

Schon bevor die ArbMedVV geändert wurde, hatten sich die Berufsverbände der Bauwirtschaft in einer Sozialpartnervereinbarung darauf geeinigt, dass Personen, die überwiegend im Freien und damit unter hoher Exposition natürlicher UV-Strahlung arbeiten, eine Angebotsvorsorge erhalten sollen. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) forderte dagegen eine Pflichtvorsorge.

Schätzungen zufolge sind von den etwa 2,4 Millionen Menschen in Deutschland, die im Freien arbeiten, etwa 1,8 Millionen bei der Arbeit relevanter natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt. Klingt nach einer Menge zusätzlicher Untersuchungen, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten bezahlen müssen, doch in der Veränderungsverordnung wird davon ausgegangen, dass etwa 80 % der Vorsorgeuntersuchungen wegen natürlicher UV-Strahlung mit anderen Vorsorgeuntersuchungen, wie etwa Lärm, kombiniert werden können. Dennoch geht die Veränderungsverordnung von 14,52 Millionen Euro Mehrkosten für die Wirtschaft aus, Bürokratiekosten noch nicht eingerechnet.

Was genau unter "intensiver" und "regelmäßiger" Belastung durch natürliche UV-Strahlung zu verstehen ist, wird der AfAMed außerdem in einer Arbeitsmedizinischen Regel (AMR) konkretisieren.

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