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Brummis im Blick

Bundesweiter Kontrolltag am 12. September - Drei Sicherheits-Appelle

Die länderübergreifende Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben“ nimmt in diesem Jahr die „Brummis“ in den Blick. Dazu wird es am 12. September bundesweit verstärkte Kontrollen des gewerblichen Güterverkehrs geben. 2018, als die Aktion erstmalig stattfand, hieß das gemeinsame Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“.

Warum nimmt man die Brummis in den Blick?

So wie die internationalen, wirtschaftlichen Verflechtungen intensiver werden, nimmt auch der gewerbliche Personen- und Güterverkehr zu, gerade im Transitland Deutschland. Rund 70 Prozent aller Güter werden per Lkw transportiert, Tendenz steigend. Berufskraftfahrer stehen häufig unter enormem Zeit- und Kostendruck.

Überdurchschnittlich schwere Unfälle

Zugleich tragen sie eine besondere Verantwortung für die Sicherheit. Auf die Risiken und Gefahren des gewerblichen Güterverkehrs soll mit der Aktion hingewiesen werden. Unfälle mit Lkw-Beteiligung haben überdurchschnittlich schwere Folgen. 2018 gab es nach einer Pressemeldung des schleswig-holsteinischen Innenministeriums bundesweit 28631 solcher Unfälle. Dabei wurden rund 39500 Personen verletzt, 7293 davon schwer. 762 Menschen wurden bei diesen Unfällen getötet. Das Risiko, bei einem Lkw-Unfall getötet zu werden, ist für andere Verkehrsteilnehmer fast viermal so hoch wie für die Insassen eines Güterkraftfahrzeugs.

Unfall-Ursachen

Außerhalb der Autobahnen werden Lkw-Unfälle meistens durch Abstandsfehler verursacht, durch Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, beim Ein- und Ausfahren sowie durch Vorfahrts- und Vorrangfehler. Auf den Autobahnen sind die häufigsten Unfallursachen nicht angepasste Geschwindigkeit, mangelnde Ladungssicherung, unzureichender Abstand, Fehler beim Überholen oder Übermüdung des Fahrers.

Der Kontrolltag

Die Koordination des Kontrolltages übernimmt die Deutsche Hochschule der Polizei. An der Aktion beteiligen sich außerdem der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und die operativen Kräfte der Zollbehörden.

Lkw- und Bus-Kontrollen umfassen die Überprüfung des Fahrers, des technischen Fahrzeugzustands, der zulässigen Abmessungen, Achslasten, Gesamtgewichte und der Ladung. Damit sollen Risiken entdeckt werden, die sich durch angemessene Prävention vermeiden ließen, also nicht von persönlichem Fehlverhalten abhängen.

Die Aktion „sicher.mobil.leben“ richtet schon im Vorfeld drei Appelle an die Unternehmen, die im gewerblichen Güterverkehr aktiv sind:

Appell 1: Lenk- und Ruhezeiten einhalten

Die Sozialvorschriften zu den Lenk- und Ruhezeiten sind als Schutzvorschriften zu verstehen und dienen der Verkehrssicherheit. Bei Kontrollen werden jährlich im Durchschnitt 300 000 Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften zur Anzeige gebracht. Lkw-Fahrende sind jedoch besonders gefährdet, am Steuer einzuschlafen.

Appell 2: Halten Sie Bremsen und Reifen in Ordnung

Sicheren Straßenverkehr gibt es nur mit sicheren Fahrzeugen. Im Zuge von technischen Unterwegskontrollen fällt auf, dass Lkw und Busse oft unzureichend gewartet werden.  Von mehr als 1,3 Millionen kontrollierten Nutzfahrzeugen in zwei Jahren war etwa jedes fünfte Fahrzeug wegen technischer Mängel zu beanstanden. Hauptsächlich wiesen sie Mängel im Bereich der Lichtanlage auf, Mängel der Räder, Reifen und Achsen sowie der Bremsanlage.

Appell 3: Überladen Sie nicht und sichern Sie die Ladung gut

Unzureichend gesichertes Ladegut setzt sich in Bewegung, wenn plötzliche Brems- oder Lenkvorgänge nötig werden. Das kann zu Ladungsverlusten und schweren Unfällen führen.

Überladene Lkw werden instabil und sind schwer zu steuern. Auch wegen des längeren Bremsweges und der höheren Aufprall-Energie beeinträchtigen überladene Lkw die Verkehrssicherheit.

Der DVR empfiehlt zusätzlich, Lkw mit Abbiegeassistenz-Systemen nachzurüsten, Notbrems-Assistenten eingeschaltet zu lassen, angeschnallt zu bleiben und auf Alkohol am Steuer zu verzichten.

"Der Kontrolltag der Polizei zeigt Sicherheitsprobleme auf und macht deutlich, wo die Prävention ansetzen muss", sagt Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des DVR.

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