Nachricht

Mit E-Motor schneller auf dem Weg zur Arbeit

Wegeunfälle beschäftigen Unfallkassen – Diese Regeln gelten für die E-Mobile

Seit wenigen Monaten sind E-Scooter unter bestimmten Bedingungen als Verkehrsmittel zugelassen. Seither sind sie beliebte Fortbewegungsmittel. Doch welche Regeln im Umgang mit den motorisierten Rollern und Rädern gelten, ist vielen Nutzern unbekannt.
Im Rahmen ihrer Präventionskampagne „kommmitmensch“ rücken Berufsgenossenschaften und Unfallkassen  jetzt die Verkehrssicherheit in den Fokus: Unter dem Slogan „blöde Idee“ weisen sie auf gefährliches Risikoverhalten im Straßenverkehr hin.

Verkehrsunfälle bei der Arbeit enden besonders häufig mit schweren Verletzungen oder dem Tod. Das geht aus einer Studie des Spitzenverbands der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), hervor. Auf Unfälle mit Fahrzeugen im Straßenverkehr entfallen danach zwei Fünftel der Unfalltoten und ein Fünftel der neuen Rentenfälle, die in der Studie untersucht wurden. Konkret waren dies 343 Unfalltote und 2.456 neue Unfallrenten im Jahr 2017.

Pedelecs

Viele umwelt- und gesundheitsbewusste Arbeitspendler greifen gerne zu Pedelecs (Pedal Electric Cycles) für den Weg zur Arbeit. Wer unterschiedliche Transportmittel nutzen will, für den sind die falt- und tragbaren E-Scooter interessant oder Segways. Was immer Sie nutzen: Informieren Sie sich gut über die gesetzlichen Vorschriften, sonst kann die Fahrt schnell gefährlich oder teuer für Sie werden.

Eine erste Übersicht bietet diese Grafik des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI):

Grafik zu E-Mobilen - ©bmvi


„Pedelecs“ unterscheiden sich von den sehr viel weniger verbreiteten „E-Bikes“ dadurch, dass der Motor nicht durchgängig für Vorschub sorgt, sondern nur unterstützend, solange der Fahrer in die Pedale tritt.

Pedelecs, deren Motoren bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützen, sind rechtlich den Fahrrädern gleichgestellt. Sie sind zulassungsfrei, und es besteht keine Helmpflicht für die Nutzung, wenngleich das Tragen eines Helms sehr empfohlen wird.

Die schnelleren S-Pedelecs, die bis 45 km/h unterstützen, gelten dagegen als „Krafträder“: Sie sind zulassungs- und versicherungspflichtig. Ein rotes Versicherungskennzeichen muss geführt werden. Fahrer müssen mindestens 16 Jahre alt sein, brauchen den Moped-Führerschein (Klasse AM) und müssen einen Helm tragen. Zu fahren ist das S-Pedelec auf der Straße, nicht auf dem Radweg.

Für ein E-Bike, auch „Elektro-Leichtmofa“ oder „Kleinkraftrad“ genannt, gelten ähnliche Regeln wie für S-Pedelecs, obwohl sie nur maximal 20 km/h fahren dürfen. Der Fahrer muss mindestens 15 Jahre alt sein, braucht einen Mofaführerschein, ein Versicherungskennzeichen und muss einen Helm tragen. Radwege dürfen nur außerorts oder bei besonderer Kennzeichnung genutzt werden.

E-Scooter und Segway

„Selbstbalancierende Mobilitätshilfen“ wie E-Scooter und Segways fallen unter den Oberbegriff „Elektrokleinstfahrzeuge“. Solche Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange dürfen seit dem 15. Juni am Straßenverkehr teilnehmen.

Zu achten ist dabei auf Folgendes:

  • Fahren Sie nur Modelle mit „allgemeiner Betriebserlaubnis“ (ABE), in Form einer ABE-Nummer auf dem Fabrikschild des Fahrzeugs ausgewiesen.
  • Achten Sie auf zwei voneinander unabhängige Bremsen am Scooter, gute Beleuchtung und eine helltönige Glocke bzw. Klingel.
  • Beachten Sie die Versicherungspflicht: Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen müssen haftpflichtversichert sein; ein grüner Kennzeichen-Aufkleber am Fahrzeug zeigt das an.
  • Fahrer müssen mindestens 14 Jahre alt sein und dürfen nicht schneller als 20 km/h fahren.

Achtung: Es werden auch E-Scooter ohne ABE verkauft, die dürfen jedoch nicht im öffentlichen Straßenraum gefahren werden! Fehlt die ABE, kann man sich beim Hersteller erkundigen, ob es möglich ist, durch Nachrüsten eine Einzelzulassung zu bekommen. Das kann jedoch leicht teuer werden.

Die Unfallkasse Thüringen (UKT) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass Fahrer von E-Scooter und Segway außerdem einige Sicherheitsregeln beachten sollten, um sich selbst ebenso wie andere Verkehrsteilnehmer vor Unfällen zu schützen:

  • Fahren Sie hintereinander her, nicht nebeneinander.
  • Fahren Sie auf der Fahrbahn möglichst weit rechts.
  • Kündigen Sie einen Fahrbahnwechsel oder eine Richtungsänderung rechtzeitig an.
  • Beachten Sie, dass E-Scooter nur für eine Person zugelassen sind! Der Transport von weiteren Personen oder Anhängern ist nicht gestattet.
  • Das Tragen eines Helms wird empfohlen, ebenso das Tragen von reflektierender Kleidung bei schlechter Sicht und Dunkelheit.
  • Vorsicht bei Alkohol am Lenker: Es gelten diesselben Alkohol-Grenzwerte wie für Autofahrerinnen und Autofahrer.
Wer diese Hinweise beherzigt, dürfte noch lange sicher und gesund mit seinem E-Fahrzeug unterwegs sein - ob auf dem Weg zur Arbeit oder privat. Das Arbeitsschutz-Portal wünscht Ihnen gute Fahrt!

Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies in Ihrem Browser platziert werden.  [mehr erfahren] OK, verstanden