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Biomonitoring: Erstmals europaweite Werte

Die "Kommission Human-Biomonitoring" beim Umweltbundesamt (UBA) legt in Deutschland schon seit vielen Jahren toxikologisch begründete Beurteilungswerte für ausgewählte Schadstoffe fest. Damit lässt sich die Gesundheitsgefährdung verschiedener Chemikalien für den Menschen einschätzen. Jetzt ist es erstmals gelungen, auch europaweite Beurteilungswerte für einzelne Stoffe zu ermitteln, die "Human-Biomonitoring Guidance Values", kurz HBM-GV.

"Human-Biomonitoring" versteht sich als ein Werkzeug der gesundheitsbezogenen Umweltbeobachtung. Dafür werden menschliche Körperflüssigkeiten und -gewebe auf ihre Belastung mit Schadstoffen untersucht. Mit Schadstoffen kommen Menschen bei der Arbeit, über den Kontakt mit Alltagsgegenständen, über die Nahrung oder die Atemluft in Kontakt. Bezogen auf bestimmte Berufszweige oder repräsentative Gruppen kann durch Human-Biomonitoring die innere Schadstoffbelastung eines Menschen abgeschätzt und bewertet werden.

Die europäische Human-Biomonitoring-Initiative (HBM4EU) ist ein Projekt im Rahmen des Förderprogramms "Horizont 2020" der EU-Kommission. Das vom deutschen UBA geleitete Projekt nah Anfang 2017 mit 115 Partnern aus 28 Ländern die Arbeit auf. Planmäßiges Ende ist 2021. Zu den Hauptzielen der Initiative gehört das sammeln von Daten über die Belastung bestimmter Bevölkerungsgruppen mit ausgewählten Substanzen. Damit soll es leichter werden, die Politik in Fragen der Chemikaliensicherheit und des Umweltschutzes wissenschaftlich fundiert zu beraten. Im Rahmen der HBM4EU werden auch Nachweismethoden entwickelt und in den Teilnehmerländern Prozesse harmonisiert.

Beurteilungswerte für Phthalate, Cadmium und Bisphenol A liegen vor, weitere Werte werden folgen. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, sagte: „Die Herstellung von Chemikalien steigt seit Jahren kontinuierlich an und führt oftmals auch zu einer erhöhten Belastung des Menschen. Die Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit sind oft nicht abschätzbar. Ich bin froh, dass die HBM4EU-Initiative mit neuen Beurteilungswerten den Weg für eine bessere und europaweite gesundheitliche Bewertung der Belastung des menschlichen Körpers durch ausgewählte Umweltschadstoffe ebnet.“

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