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Wohlfühlen bei der Arbeit - Was motiviert, was bremst

Für Arbeitgeber: Investition in stärkende Ressourcen lohnt sich

Arbeit spielt im Leben eine große Rolle – sie strukturiert und erfüllt den Tag, sichert Einkommen und bringt uns mit anderen Menschen zusammen. Doch während die Einen in ihrer Arbeit geradezu aufgehen, empfinden andere sie als Belastung. Warum ist das so, und wie lässt sich das beeinflussen?

Meistens liegt der Blick vor allem auf den Belastungen: Dem Stress und der Burnout-Gefahr, so scheint es oft, kann nur mit guter Erholung im Privaten begegnet werden. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) hat auf ihrem Portal für Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) jetzt die positiven Effekte der Arbeit in den Fokus gestellt: Im 32-seitigen Monitor „arbeitsbezogenes Wohlbefinden“ ist anschaulich dargestellt, welche Faktoren Mitarbeiter-Engagement und Wohlbefinden begünstigen und damit zum unternehmerischen Erfolg beitragen. Der Bericht lässt sich kostenlos als PDF herunterladen.

Die Forscher unterscheiden dabei fünf Gruppen von Mitarbeitern, von den „gesunden, sehr Engagierten“ und Engagierten über gesund Distanzierte und belastet Engagierte bis zu den „belastet Distanzierten“, die weder über eine gute psychische Gesundheit verfügen, noch großes Engagement für die Arbeit aufbringen. Fast die Hälfte der Befragten ordnen sich in den ersten beiden Gruppen ein, knapp ein Viertel in den unteren beiden Gruppen. Dabei spielen Faktoren wie Geschlecht, Region, Betriebsgröße oder Branche kaum eine Rolle. Arbeiterinnen und Arbeiter empfinden sich als etwas belasteter als Angestellte, Teilzeitbeschäftigte belasteter als Vollzeitkräfte.

Deutlichere Unterschiede zeigen sich in den verschiedenen Altersstufen: Je älter die Beschäftigten sind, desto größer ist die Gruppe der gesunden, sehr Engagierten und desto kleiner die der belastet Distanzierten.

Bei der Frage, inwiefern eine Verbesserung der Rahmenbedingungen das Engagement und Wohlbefinden der Beschäftigten verbessern kann bzw. welche Faktoren es verschlechtern, zeigen sich Unterschiede je nach Ausgangslage.

Folgende Ressourcen erhöhen übergreifend das Engagement:

  • Arbeitsautonomie und –vielfalt: abwechslungsreiche Aufgaben, Entscheidungsfreiheit etc.
  • Führungskraft und Unternehmenskultur: vertrauensvolle Zusammenarbeit, Unterstützung durch Vorgesetzte, klare Kommunikation etc.
  • Fairness: Gehalt, interne Regelungen, Verhalten der Vorgesetzten
  • Weiterentwicklungsmöglichkeiten: z.B. Aufstiegschancen, Weiterbildungsangebote.
  • Kollegialität, funktionierendes Team


Belastende Faktoren:

  • Psychische Belastungen wie Termindruck, Überstunden, schlechte Work-Life-Balance
  • Körperliche Belastungen wie starke körperliche Anstrengungen, Lärm, unangenehme Gerüche, extreme Temperaturen etc.
  • Soziale Belastungen wie Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten

Dabei spielen die psychischen und sozialen Belastungen eine deutlich größere Rolle als die körperlichen Herausforderungen.

Was bedeutet das für die Unternehmen?

Es lohnt sich, in Ressourcen wie Führungsqualität, Unternehmenskultur, Arbeitsautonomie und Kollegialität zu investieren. Steigert man das „arbeitsbezogene Wohlbefinden“, wachsen auch die Arbeitszufriedenheit und die Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Betrieb. Die Wechselabsicht lässt sich deutlich senken.


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