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Nanostoffe registrieren - Stichtag 1.1.2020

Die REACH-Verordnung fordert mehr Informationen - Was zu beachten ist

Stellen Sie Nanomaterialien her, oder wenden Sie sie in ihrem Unternehmen an? Dann haben Sie sich sicher bereits mit den neuen Bestimmungen auseinandergesetzt, die ab dem 1. Januar 2020 für alle chemischen Nanoformen gelten, die unter die Europäische Chemikalenverordnung (REACH) fallen. Falls nicht: Bringen Sie Ihre Unterlagen so bald wie möglich in Ordnung.

Nanomaterialien gelten als eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Von „Nanopartikeln“ spricht man bei Größen zwischen einem bis 100 Nanometern, also milliardstel Metern. Zum Vergleich: ein Virus ist durchschnittlich 100 Nanometer groß.

Teilchen dieser Größenordnung haben nützliche Eigenschaften für Industrie und Verbraucher. Verwendet werden sie vor allem in Chemie- und Elektrounternehmen. Doch die Risiken sind noch nicht abschließend erforscht, gerade im Hinblick auf ihre Langzeitwirkungen. Besonders die feinsten Stäube haben die Forscher weiter im Visier. Ihnen traut man krebserregende Eigenschaften zu.

Der Europäische Regelungsausschuss hat daher bereits vor anderthalb Jahren eine Anpassung der REACH-Verordnung in die Wege geleitet: Bis zum 1. Januar 2020 müssen Unternehmen mehr Informationen über Nanomaterialien auf dem EU-Markt bereitstellen. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA ruft potenzielle Registranten auf, sich mit den neuen rechtlichen Anforderungen vertraut zu machen. Wer bereits Stoffe registriert hat, die nach REACH einer Nanoform entsprechen, muss seine Registrierungs-Dossiers aktualisieren.

Die überarbeiteten REACH-Anhänge zu Nanoformen enthalten Klarstellungen und neue Bestimmungen für:

  • die Charakterisierung von Nanoformen oder Sätzen von Nanoformen, die unter die Registrierung fallen (Anhang VI)
  • die Stoffsicherheitsbeurteilung (Anhang I),
  • die Anforderungen an die Registrierungsinformationen (Anhänge III und VII-XI) und
  • Verpflichtungen der nachgeschalteten Anwender (Anhang XII).

Damit soll sichergestellt werden, dass die Unternehmen die sichere Verwendung ihrer Nanoformen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt ausreichend dokumentieren. Die Änderungen gelten für neue und bestehende Registrierungen gleichermaßen.

Die ECHA hat kürzlich zwei Leitfäden mit Empfehlungen für Unternehmen aktualisiert, die Registrierungsdossiers für Nanoformen erstellen. Sie sollen Registranten bei der Erfüllung der neuen gesetzlichen Anforderungen an Nanomaterialien helfen. So wurde ein neuer Anhang für Nanoformen zur „Guidance on Registration and Substance Identification“ entwickelt. Er stimmt die Leitlinien der ECHA mit den überarbeiteten REACH-Anhängen für Nanomaterialien ab. Der Begriff „Nanoform“ wird darin erklärt, dazu gibt es Ratschläge, wie man Sätze von Nanoformen aufbaut und welche Charakterisierungsinformationen zu melden sind.

Einen aktuellen Überblick über Prüfungsrichtlinien, anerkannte Methoden und Normen bietet auch das Observatorium für Nanomaterialien der Europäischen Union (EUON).


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