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Allein arbeiten - und trotzdem sicher

Diese Anforderungen gelten für Einzelarbeitsplätze

Feiertage, Weihnachtsferien, Auszeit „zwischen den Jahren“ – nach anstrengenden Vorweihnachtswochen freuen sich viele Beschäftigte auf eine Auszeit. Betriebe und Einrichtungen arbeiten in dieser Zeit häufig nur mit Not- und Bereitschaftsdiensten. Für die, die Dienst schieben, bedeutet das: Häufiger als sonst sind sie bei der Arbeit auf sich allein gestellt. Dabei gibt es für Arbeitgeber und Beschäftigte verschiedenes zu beachten.

Alleinarbeit“ leistet, wer außerhalb der Sicht- und Rufweite anderer Personen seine Aufgaben verrichtet. Nicht allen Beschäftigten darf eine Alleinarbeit zugemutet werden.

Grundsätzlich davon ausgeschlossen sind z.B.:

  • Jugendliche und schwangere Frauen
  • Mitarbeiter mit chronischen Erkrankungen (Anfallsleiden)
  • Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen
  • Mitarbeiter mit Verdacht auf eine Suchterkrankung
  • Mitarbeiter mit erhöhten Gesundheitsrisiken (z.B. Vorerkrankungen, körperlichen Einschränkungen)

Darüber hinaus muss das Gefährdungspotenzial des Allein-Arbeitsplatzes gesondert beurteilt werden: Ist im Falle eines Unfalls davon auszugehen, dass die Person handlungsfähig bleibt, liegt eine geringe Gefährdungsstufe vor. Bleibt die Person im Notfall eingeschränkt handlungsfähig, liegt eine erhöhte Gefährdungsstufe vor, ist eine Person im Notfall nicht mehr handlungsfähig, ist die Gefährdungsstufe „kritisch“.

Verboten ist Alleinarbeit generell, wenn sich ein hohes Risiko weder technisch, noch organisatorisch minimieren lässt und wenn die Wahrscheinlichkeit eines Notfalls als hoch eingestuft wird. Kurz: Sofern nicht staatliche oder Vorschriften der Unfallversicherungsträger Alleinarbeit untersagen.

Beispiele für Arbeiten, bei denen man nicht allein sein darf, sind solche mit Absturzgefahr, solche in Behältern oder engen Räumen, brand- und explosionsgefährliche Tätigkeiten und andere. Einen ausführlichen Überblick bietet das „Kompendium Grundsätze der Prävention“ der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

In anderen Fällen ist Alleinarbeit zugelassen. Der Arbeitgeber hat allerdings sicherzustellen, dass im Bedarfsfall unverzüglich Erste Hilfe geleistet werden kann.

Eine Risikobeurteilung umfasst folgende Bereiche:

  • Das Maß der Gefährdung
  • Die Wahrscheinlichkeit eines Notfalles bei der beruflichen Tätigkeit
  • Wie viel Zeit im Notfall vergeht bis zum Eintreffen professioneller Rettungskräfte

Der Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen (PNA) zum Schutz von allein arbeitenden Personen, die gefährliche Tätigkeiten verrichten, wird in der Regel 112-139 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) näher beschrieben.

Die Universität Duisburg bietet eine Checkliste an, mit der Sie jeden Einzelarbeitsplatz bewerten können:

Ist es zulässig, diese Tätigkeit alleine auszuführen?

Welche Anforderungen erfüllt der Arbeitsplatz?

Welche Anforderungen erfüllt der oder die Beschäftigte?

Welche Instruktionen sind nötig, und welche Maßnahmen müssen getroffen werden, um den allein Arbeitdenden abzusichern?

Die Checkliste können Sie sich hier kostenlos herunterladen.


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