Nachricht

Baustellen: Risiko durch ständige Veränderung

Neue DGUV-Branchenregel "Tiefbau" als praxisbezogenes Präventionswerkzeug

Bei der Arbeit im Tiefbau kann viel passieren: Lkw rangieren rückwärts, Bagger schwenken aus, die „toten Winkel“ sind groß. Beschäftigte, die sich zu Fuß bewegen, werden sehr leicht übersehen und angefahren. Die neue Branchenregel „Tiefbau“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) soll Unternehmen jetzt kompakt und anschaulich Informationen liefern zu Gefährdungen im Tiefbau und zur Prävention.

Wozu diese Regel? DGUV-Regeln richten sich an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie an alle, die für die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten verantwortlich sind. Sie setzen kein eigenes Recht, sondern fassen das bestehende komplexe Arbeitsschutzrecht für die Unternehmen einer bestimmten Branche verständlich zusammen. So dienen sie als praxisbezogenes Präventionswerkzeug: Symbole vereinfachen das Auffinden von Informationen, konkrete Beispiele und Bilder veranschaulichen die Handlungsanweisungen. Checklisten, Prüfprotokolle und Hinweise auf weiterführende Dokumente erleichtern die Umsetzung der arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben.

Herausforderungen im Tiefbau:

  • Zusammenarbeit/Koordinierung mehrerer Unternehmen
  • Je nach Baufortschritt häufige Änderungen bei den Flucht- und Rettungswegen, den Verkehrswegen etc.
  • Gefährliche Arbeiten / Alleinarbeit
  • Ausreichende Beleuchtung
  • Witterungseinflüsse
  • Kontaminierte Bereiche
  • Absturzgefährdungen für Menschen, Fahrzeuge, Maschinen

Die Branchenregel behandelt alle diese Punkte. Zu verschiedenen Tätigkeiten werden bestehende Gefährdungen aufgezählt, zugrunde liegende Regeln/Gesetze/Normen genannt und Vorschläge gemacht zur Gefährdungsbeurteilung sowie für geeignete Sicherheitsmaßnahmen. Schaubilder veranschaulichen das Beschriebene.

Auch spezielle Tätigkeiten werden in der 175 Seiten starken Broschüre nicht vergessen wie:

  • Kampfmittelräumung
  • Elektrische Gefährdung / Hochspannung / Brände, Explosionen
  • Rohrleitungsbau, Arbeiten unter Tage,
  • Tunnelvorrieb, Arbeiten in Druckluft
  • Arbeiten an der Straße, an Böschungen, Gruben oder Anschüttungen
  • Wasserbau und Taucharbeiten

Lärm, Ergonomie, Arbeitsmittel, PSA und psychische Belastungen werden in den Blick genommen. Ein Kapitel behandelt die Auswahl und den bestimmungsgemäßen Betrieb von Baumaschinen, ein weiteres die notwendige Qualifikation von Maschinenführerinnen und –führern.

Die Branchenregel „Tiefbau“ kann über unseren Link kostenlos als PDF heruntergeladen werden.


Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren: