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PSA und persönlicher Putz

Worauf bei Kombinationen zu achten ist und wo Gefahren stecken

Für viele Gefährdungen am Arbeitsplatz gibt es spezielle Schutzausrüstungen, die den Träger vor Schädigungen bewahren sollen. Doch was ist, wenn der Körper gegen verschiedene Einwirkungen gleichzeitig geschützt werden muss? Dann gilt es, genau darauf zu achten, ob die kombinierten Schutzausrüstungen zusammen passen, ohne dass die eine die Schutzwirkung der anderen beeinträchtigt.

Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat diese Wechselwirkungen verschiedener Persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) untersucht. In einigen Fällen sind die Beeinträchtigungen augenfällig: Schutzbrille und Atemschutzmaske kommen sich leicht ins Gehege. Ebenso Schutzbrille und Kapselgehörschützer.

In der rechts dargestellten Tabelle weist das IFA auf Wechselwirkungen hin, die das Schutzniveau der PSA senken können. Klickt man im darunter verlinkten Beitrag auf die Kreuze, wird erklärt, mit welchen Beeinträchtigungen zu rechnen ist, welche Regeln gelten und wofür es Lösungen gibt, die kompatibel sind. Die Erkenntnisse können bei der Gefährdungsbeurteilung von Nutzen sein.

Schwer zu beurteilen sind komplexe Wechselwirkungen wie bei der Kombination von PSA gegen Absturz und Atemschutz. Hier komme es auf die Hersteller und die Prüf- und Zertifizierungsstellen an, dass sie verlässliche Informationen bereitstellen.

Vorsicht bei „Persönlicher Putzausrüstung“

Zu einer verminderten Schutzwirkung kann es auch kommen, wo die Persönliche Schutzausrüstung mit „Persönlicher Putzausrüstung“ zusammentrifft:

Ein modischer Vollbart kann schon in frühen Wuchsformen („Drei-Tage-Bart“) für Atemschutz-Träger zu Schwierigkeiten führen, wenn er im Bereich der Dichtlinie sitzt; das gilt auch beim Tragen von Überdruckgeräten. Bartträger sind daher nach Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 „für das Tragen von Atemschutzgeräten ungeeignet“. Ebenso verhält es sich, wenn eine ungewöhnliche Kopfform, tiefe Narben oder andere Merkmale verhindern, dass die Maske ausreichend dicht sitzt. Auch Ohrschmuck ist eine unpassende Kombination, da er sich in der Maske verfangen und dadurch beim An- oder Ablegen des Atemschutzes zu Verletzungen führen kann. Selbst Brillen und Kontaktlinsen können ein Problem darstellen. Nähere Ausführungen dazu gibt die DGUV Regel 112-190.

Nicht nur der Unternehmer hat Pflichten. Gemäß § 15 DGUV Vorschrift 1, „Grundsätze der Prävention“ haben die Versicherten die Pflicht, bei der Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren mitzuwirken. In der Praxis heißt dies, in Eigenverantwortung bestimmte Gefahren zu erkennen, zu bewerten und Maßnahmen zur Abhilfe zu ergreifen: Uhren, Ringe, Armbänder, Ketten, Piercings und anderer Schmuck ist also im Zweifelsfall rechtzeitig abzulegen.

Nicht kompatibel ist die Helmpflicht für Motorradfahrer mit dem Tragen eines Turbans. Ein gläubiger Sikh versuchte deshalb gerichtlich, eine Ausnahmegenehmigung von der Helmpflicht zu erstreiten – vergeblich. Die Helmpflicht diene bei einem Unfall nicht nur dem Schutz des Fahrers, sondern bewahre auch andere Unfallbeteiligte und Rettungskräfte vor Traumatisierungen. Ein mit Helm geschützter Motorradfahrer sei zudem eher in der Lage, eine Unfallstelle zu sichern und anderen Personen Erste Hilfe zu leisten, so argumentierte das Bundesverwaltungsgericht.

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