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Suchtprävention in der Arbeitswelt

Neue Handlungshilfen – erkennen, aktiv werden, vorbeugen

Das Thema „Sucht“ in all seinen Ausprägungen ist nach wie vor ein häufiges und ernstzunehmendes Problem in der Arbeitswelt. Führungskräfte müssen aktiv werden, sobald Beschäftigte nicht mehr ihren vertraglich geschuldeten Verpflichtungen nachkommen können.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gibt mit ihrer neuen Broschüre „Suchtprävention in der Arbeitswelt“ Verantwortlichen eine Handlungshilfe in die Hand. In dieser werden Sucht begünstigende Faktoren am Arbeitsplatz aufgezählt. Es wird erklärt, wie man risikoarmen von riskantem und abhängigem Konsum unterscheidet und auf welcher rechtlichen Grundlage gehandelt werden muss.

Neben den Kennzeichen einer Abhängigkeit werden auch Kennzeichen von Co-Verhalten (früher „Co-Abhängigkeit“) genannt. Darunter versteht man das Verhalten Dritter, die durch Vertuschen eines Fehlverhaltens, Bagatellisieren der Auswirkungen oder Kompensieren der Versäumnisse eines Kollegen durch Mehrarbeit dadurch beitragen, dass ein Betroffener den Konsequenzen seines Handelns länger entgehen kann.

Zielführender ist es dagegen, einen Betroffenen in die Verantwortung zu nehmen. Die DGUV empfiehlt dafür ein Vorgehen nach der KLAR-Methode:

K wie „konsequent“:

  • Auf auffälliges Verhalten hinweisen, riskanten Konsum beim Namen nennen.
  • Verhaltensänderung konkret einfordern und vereinbaren.
  • Einhaltung von Absprachen überprüfen.
  • Bei Nichteinhaltung angekündigte Maßnahmen umsetzen.
  • Auf Gefährdung des Arbeitsplatzes hinweisen.

L wie „loslassen“:

  • Bei Gefühl von Hilflosigkeit und Überforderung mit der Suchtproblematik selbst Beratungs- und Hilfsangebote annehmen.
  • Verantwortung an die betroffene Person zurückgeben.

A wie „abgrenzen“:

  • Verantwortung für das Suchtverhalten allein bei den Betroffenen lassen.
  • Entscheidungsfreiheit der Betroffenen betonen.

R wie „reden“:

  • Nicht über die betroffene Person reden, sondern mit ihr im Gespräch bleiben.
  • Unterstützung zusichern.
  • Kontakte zum Beratungsangebot ermöglichen.
  • Zuversicht vermitteln.

Die Broschüre enthält einen Stufenplan für die gezielte Intervention bei Suchtverhalten. Darin wird der betriebliche Anspruch an eine Verhaltensänderung ebenso formuliert wie die Unterstützungsmöglichkeiten und die Konsequenzen, die gleichbleibendes Verhalten nach sich zieht.

Im Anhang der Broschüre finden Sie ein Beispiel für eine Betriebsvereinbarung zum Umgang mit Suchtmitteln.

Laden Sie sich die DGUV-Broschüre kostenlos herunter – gleich hier!