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Ablenkung, Auffahren und Geschwindigkeit

Drei Ursachen für tödliche Unfälle im Straßenverkehr - Neue Infoblätter der BGHW

Von allen Verkehrsträgern ist der Straßenverkehr am gefährlichsten. Er kostet die meisten Menschenleben. Und Prognosen nach wird die Transportleistung des Güterverkehrs sich in den nächsten 30 Jahren mehr als verdoppeln.

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) hat drei Unfallursachen ermittelt, auf die sich viele Verkehrsunfälle zurückführen lassen: Unfälle durch Ablenkung, durch zu dichtes Auffahren und durch nicht angepasste Geschwindigkeit. Jeder dieser Ursachen hat die BGHW jetzt in ihrem Arbeitsschutz-Kompendium „Tödliche Unfälle verhindern“ eine zweiseitige Übersicht mit Hinweisen auf weitere Informationen gewidmet.

Unfälle durch Ablenkung

Der Blick aufs Navi, das interessante Plakat am Straßenrand, das betriebliche Problem, das einem noch im Kopf herumschwirrt – es gibt vieles, was einen Fahrer von der Konzentration auf den Straßenverkehr ablenken kann. Etwa jeder dritte Unfall im Straßenverkehr wird durch Ablenkung verursacht. Telefonieren während der Fahrt ist so gefährlich wie mit 0,8 Promille Alkohol im Blut zu fahren. Das Kraftfahrtbundesamt verzeichnet jährlich nahezu 400 000 Verstöße gegen das Handy-Verbot. Bei vielen Unfällen werden Mobiltelefone zur Klärung der Unfallursache beschlagnahmt.

Das empfiehlt die BGHW:

  • Firmenfahrzeuge regelmäßig auf Verkehrs- und Betriebssicherheit prüfen
  • Beschäftigte in Verkehrssicherheitsthemen fortbilden
  • Regelmäßige Fahrerbesprechungen, bei denen auch zur Sprache kommt, ob und inwiefern ungünstige Arbeitsbedingungen und Abläufe zu Unfällen beitragen können
  • Fahrerassistenzsysteme nutzen
  • Spurhalteassistenten verwenden
  • Betriebsanweisungen zur Nutzung von Kommunikationsmitteln im Fahrzeug erstellen

Unfälle durch zu dichtes Auffahren

Zu geringer Abstand ist die häufigste Ursache von Verkehrsunfällen, an denen mindestens ein Güterkraftfahrzeug beteiligt ist. Jeder fünfte Unfall mit Lkw-Beteiligung ist darauf zurückzuführen. Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit, Stress und Zeitdruck sowie Müdigkeit begünstigen das zu dichte Auffahren.

Das empfiehlt die BGHW:

  • Fortschrittliche Notbremsassistenten einsetzen
  • Verantwortungsvoll disponieren und Zeitdruck nehmen
  • Sicherheits-Trainings anbieten

Unfälle durch nicht angepasste Geschwindigkeit

Aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit ereignen sich die meisten tödlichen Verkehrsunfälle. 2017 kamen dabei fast 1100 Menschen ums Leben, über 15 000 wurden schwer verletzt. Auf der Autobahn sind Staus, Spurwechsel und Baustellen Gefahrenpunkte, auf der Landstraße kurvige Strecken, schlechte Sicht und Wildwechsel.

Das empfiehlt die BGHW:

  • Verkehrszeichen-Assistenten, die die angeordnete Geschwindigkeit automatisch einhalten
  • Firmenfahrzeuge mit Unfalldatenschreibern ausstatten; das diszipliniert gefährdete Fahrer
  • Beschäftigte anweisen, bei unterwegs auftretenden Verzögerungen Ruhe zu bewahren und Personen am Fahrtziel über die Verspätung zu informieren, damit regelgerechtes Fahren weiterhin möglich ist
  • Mit Simulatoren die Bedeutung angepasster Geschwindigkeit vermitteln.

Zu allen drei Infoblättern gelangen Sie über unsere Links.


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