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Wenn Langeweile krank macht

Bore-out im Job und was dagegen hilft

Dauerstress und Überforderung können zu Burn-out führen, dem Ausgebranntsein, wenn nichts mehr funktioniert. Aber auch das Gegenteil kann sehr belastend sein: Die Langeweile am Arbeitsplatz. Alle Aufgaben sind erledigt, das Büro aufgeräumt, und doch dauert es noch Stunden bis zum Feierabend. Tatenlos sitzt man da und wartet, dass die Zeit vergeht. Wie gestern. Und vorgestern. Und auch letzte Woche schon.

Laut Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fühlen sich 13 Prozent aller abhängig Beschäftigten in Deutschland fachlich unterfordert. Wenn die Arbeit langweilt, wird sie oft nur widerwillig erledigt, und wenig Arbeit auf einen möglichst langen Zeitraum gestreckt.

Ist aber die Motivation erstmal in den Keller gerutscht, geht auch der Leistungspegel abwärts. Im Extremfall kann Langeweile gesundheitliche Folgen haben. Dann wird sie zum Stressor, der Kopf- und Rückenschmerzen auslöst, schlechte Laune und Depression, Erschöpfung oder Schlafstörungen: Der „Bore-out“ ist eingetreten, das „Ausgelangweiltsein“.

Erfolg beflügelt

Arbeiten, einen sinnvollen Beitrag leisten und dafür Wertschätzung und Anerkennung bekommen, zählt zu unseren grundlegenden Bedürfnissen. Wenn Leistung zu Erfolg führt, macht sie stolz und froh. Bleibt das jedoch alles aus, rutscht man schnell in Richtung innere Kündigung. Bezahlung und Sicherheit sind dann die einzigen Faktoren, die einen Gelangweilten in seinem Job halten.

Symptome von Bore-out

Am häufigsten betroffen sind Beschäftigte in Dienstleistungs- und Verwaltungsjobs.

Sie haben entweder zu wenige Aufgaben oder üben Tätigkeiten aus, deren Sinn sie nicht erkennen können.

Die meisten Betroffenen täuschen paradoxerweise viel Arbeit vor. Häufig leisten sie sogar Überstunden, um ihre Langeweile zu vertuschen. Dieses Verhalten erzeugt den krank machenden Stress im Kopf.

Was hilft im Bore-out?

Der erste Schritt ist die Selbsterkenntnis, ein Langeweile-Problem zu haben, und die Bereitschaft, daran etwas zu verändern.

Im Anfangsstadium kann es helfen, Initiative zu zeigen. Suchen Sie das Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Betriebsrat. Vielleicht kann die Arbeit besser verteilt werden, vielleicht gibt es im gleichen Unternehmen einen anderen Job, der besser zu Ihnen passt, oder Sie können an einer Weiterbildung teilnehmen, die es Ihnen ermöglicht, spannendere Aufgaben zu übernehmen. Haben Sie eigene Ideen, wie Sie ihre Arbeitskraft nutzbringender einsetzen könnten? Sprechen Sie es an. Im schlimmsten Fall suchen Sie sich eine neue Stelle, die sie ausreichend herausfordert, um zufrieden und gesund zu bleiben.

Wer sich im Job langweilt, kann auch in der Freizeit einen intellektuellen Ausgleich suchen. Alles, was schlauer und kompetenter macht, hilft dabei, sich auch beruflich in eine bessere Position zu bringen.

Ist der Bore-out bereits zum Gesundheitsproblem geworden, sollten Betroffene sich nicht scheuen, psychologische Hilfe zu suchen. Therapeuten gehen den Ursachen mit geübtem Blick auf den Grund. Als besonders hilfreich gegen Bore-out-Stress haben sich zudem Atemtherapie, Autogenes Training und Qi-Gong erwiesen. Regelmäßiges körperliches Training trägt ebenfalls zum Stressabbau bei.

Machen Sie hier den Bore-out-Test und schauen Sie, ob Sie selbst gefährdet sind.