Publikation (Broschüre)

Gesunde Arbeit in der Kita - ErgoKita-Projekt präsentiert Studien-Ergebnisse

Maßnahmenkatalog inklusive

Die Arbeit von Erziehern in Kindertagesstätten geht im wahrsten Sinne des Wortes auf die Knochen: Muskel-Skelett-Belastungen und -Beschwerden sind für viele Erzieher an der Tagesordnung. Bisher fehlten aktuelle Daten für Deutschland, doch diese legt das Institut für Arbeitsschutz (IFA) bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung jetzt im IFA-Report 2-2015 "Projekt ErgoKiTa – Prävention von Muskel-Skelett-Belastungen bei Erzieherinnen und Erziehern in Kindertageseinrichtungen" vor.


Hier zwickt's und zwackt's

Untersucht wurde anhand von Befragungen, Begehungen und Messungen, welchen Belastungen Erzieher tatsächlich ausgesetzt sind. Im IFA-Report finden Sie aber nicht nur die erstaunlichen ErgoKita-Studienergebnisse (50% des Personals sind älter als 40 Jahre; drei Viertel haben Muskel-Skelett-Probleme; an Fortbildungsangeboten zum Thema Gesundheit mangelt es …). Im Rahmen des Projekts wurden außerdem Präventions- und Interventionsmaßnahmen entwickelt, die in einem Basiskatalog zusammengefasst sind. Sie reichen von ergonomischen Möbeln, die Zwangshaltungen verhindern, über feste Funktionsräume, die Umräumarbeiten reduzieren, bis hin zu Verhaltensschulungen als Hilfe zur Selbsthilfe. Die gewählten Maßnahmen müssen natürlich in das pädagogische Konzept der Kita passen und eng mit den Erziehungskräften abgestimmt sein.

Wenn man bedenkt, dass etwa 530.000 Personen in Deutschland in der vorschulischen Erziehung in Kindertageseinrichtungen arbeiten und die Anforderungen an diese Berufsgruppe mit dem Ruf nach mehr Qualität in der Erziehungsarbeit stetig steigen, während gleichzeitig die Zahl der unter Dreijährigen in Tagesbetreuung zunimmt, sind Gesundheitsschutz-Maßnahmen längst überfällig.

Das IFA hat die gesundheitliche Situation von Erziehern in Kitas gemeinsam mit dem Institut für Arbeitswissenschaften der TU Darmstadt und dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität Frankfurt untersucht. "Mit Messungen und Befragungen haben wir zunächst ermittelt, in welchem Umfang das Muskel-Skelett-System an diesen Arbeitsplätzen belastet ist und welche Arbeitsbedingungen dafür Ausschlag gebend sind", sagt Professor Rolf Ellegast, stellvertretender IFA-Leiter. "Dann sind wir noch einen Schritt weiter gegangen, haben in sechs Einrichtungen beispielhaft Veränderungen vorgenommen und anschließend noch einmal geschaut, welchen Effekt diese Interventionen in der Praxis tatsächlich haben".


Gesundheitsschutz-Maßnahmen, die wirken

Nicht nur die Vorher-/Nachher-Messungen belegen, dass sich ungünstige Körperhaltungen nachhaltig vermeiden lassen; auch die Erzieher bestätigen diesen Eindruck. Ellegast: "Die Kita-Beschäftigten sprechen sogar von positiven Effekten für ihr Gesundheitsbewusstsein generell, also auch außerhalb des Arbeitsplatzes. Das ist für uns ein ganz besonderer Erfolg!"

Die Projektergebnisse lassen sich für die Praxis auf vielfältige Weise aufbereiten: zum Beispiel für die Ausbildung von Erziehern, in Form von Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung oder als Handlungshilfe für die gesundheitsgerechte Kita-Gestaltung. Aktuell sind sie Grundlage für den Bau einer ergonomischen Muster-Kita, die die Unfallkasse Rheinland-Pfalz mit einem städtischen Träger baut (das Arbeitsschutz-Portal berichtete).

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