Publikation (Broschüre)

Die 3 Prioritäten für den Arbeitsschutz von morgen

Das IFA hat Arbeitsschutz-Fachleute befragt

400 Aufsichtspersonen von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen wurden befragt, und jetzt ist klar, welches die drei dringlichsten Themen für den Arbeitsschutz der Zukunft sind:

  • Arbeitsverdichtung
  • demographischer Wandel und
  • Digitalisierung.

Das hat eine Befragung, das „Risikoobservatorium“, des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) ergeben. Ein weiteres Ergebnis: Auch nicht arbeitsbezogene Gesundheitsthemen wie falsche Ernährung und bewegungsarme Freizeit beeinflussen die Arbeitsfähigkeit der Erwerbstätigen und sind wichtige Handlungsfelder für den Arbeitsschutz der Zukunft.


Warum wissen Aufsichtspersonen mehr?

Aufsichtspersonen sind als Fachleute in Sachen Arbeitsschutz in Betrieben und Einrichtungen unterwegs und sollten die Bedingungen der Arbeitswelt kennen. Deswegen wurden sie für das Risikoobservatorium befragt. "Wir wollen mit Hilfe dieses Instruments aktiv werden, bevor uns Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und gesundheitliche Beschwerden unmissverständlich zu verstehen geben, dass es da ein neues Problem gibt", sagt Professor Dietmar Reinert, Projektleiter und Direktor des IFA. Seien die Folgen des Wandels ermittelt, könnten auch entsprechende Prioritäten in der Prävention gesetzt werden.

Veränderung der Arbeitswelt, globale Vernetzung von Menschen und Prozessen, Druck auf die Unternehmen durch Internationalisierung und der steigende Altersdurchschnitt der Erwerbsbevölkerung: Das sind also nach Einschätzung der Arbeitsschutzfachleute die Rahmenbedingungen, unter denen Arbeitsschutz in der Zukunft gestaltet werden muss. Aber was bedeuten diese Rahmenbedingungen für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten? Gibt es neue Quellen für Unfälle und Gesundheitsgefährdungen?


Arbeitsschutz-"Klassiker" sorgen in den Top 10 für Überraschungen

Für die aktuelle Auswertung im Rahmen des Risikoobservatoriums haben die Aufsichtspersonen 93 Entwicklungen und deren Relevanz für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bewertet. Die anschließende Auswertung im IFA wurde durch Literaturrecherchen zu Risiken und praktischen Schutzmaßnahmen ergänzt. "Nun wissen wir zum ersten Mal verbindlich und wissenschaftlich fundiert, welche Themen allen Unfallversicherungsträgern gleichermaßen unter den Nägeln brennen und damit das Gros der Beschäftigten betreffen", sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV. Dass Themen wie Arbeitsverdichtung, alternde Belegschaften und zunehmende Digitalisierung genannt wurden, sei keine große Überraschung. "Dass wir aber unter den Top 10 alte Bekannte wie Lärm haben, durchaus. Und dass unsere Mitglieder auch Handlungsbedarf in Bereichen sehen, auf die die Unfallversicherung keinen direkten Einfluss hat, nämlich Ernährung und Freizeitverhalten."

Die zehn Themen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten besonders beeinträchtigen können, und die dafür vom IFA empfohlenen Präventionsmaßnahmen sollen die Grundlage für konkrete DGUV-Aktionen bilden. Projektchef Reinert: "Wir haben beispielsweise bereits eine Reihe von Forschungsthemen aus dem Risikoobservatorium in unsere Forschungsförderung eingebracht, wie die Verbesserung des Arbeitsschutzes an mobilen Arbeitsplätzen, wie man bei der Büroarbeit zu mehr Bewegung kommen kann oder wo sich Datenbrillen sinnvoll und ergonomisch bei der Arbeit nutzen lassen." Auch bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen werde man sich an den Ergebnissen orientieren.

Über den Link können Sie sich die Befragungs-Ergebnisse in der Broschüre "Der Mensch im Mittelpunkt" herunterladen. Diese wartet mit vielen weiteren interessanten Fakten auf, zum Beispiel zum gesteigerten Schlaganfallrisiko bei Überstunden, zum Checken von Dienstmails nach Feierabend, zu SRS-Unfällen bei älteren Menschen ...

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