Publikation (Broschüre)

Erkrankungen durch Isocyanate: Diese Kosten entstehen

BAuA-Bericht zu berufsbedingtem Asthma und Hautkrankheiten durch Chemikalie

Isocyanate sind Chemikalien, die sich in flüssigen Lacken, Klebern oder Bauschäumen befinden. In Europa sind etwa 5 Millionen Menschen bei ihrer Arbeit diesem Gefahrstoff ausgesetzt. Circa 6.500 Beschäftigte erkranken jährlich an berufsbedingtem Asthma durch Isocyanate, obwohl es Schutzmaßnahmen gibt. Auch Hauterkrankungen kann der Stoff verursachen. Laut Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nehmen jedes Jahr etwa 500 Personen mit berufsbedingter Lungenerkrankung (Berufskrankheit Nr. 1315) und etwa 20 Versicherte mit berufsbedingter Hauterkrankung (BK Nr. 5101) mindestens eine Leistung der Rehabilitation oder eine Rentenleistung in Anspruch. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat jetzt herausgefunden, wie viel Kosten durch diese berufsbedingten Erkrankungen entstehen: Mit 2.100 € bis 3.500 € pro Erkranktem pro Jahr schlagen medizinische Behandlung und Produktivitätsausfall für berufsbedingtes Asthma im EU-Durchschnitt zu Buche. Kosten von 1.800 bis 2.400 entstehen durchschnittlich bei einer berufsbedingten Kontaktdermatitis.

Die BAuA hat die Rechnung aufgemacht, um im Zuge der europäischen Chemikalienregulierung REACH durchzusetzen, dass Verwender im Rahmen einer Beschränkung den sicheren Umgang mit Isocyanaten nachweisen müssen. Auf Basis dieser Kostenrechnung sollen Maßnahmen, die bei Beschränkungen verpflichtend sind, sozio-ökonomisch betrachtet werden.


Übrigens: Bei der Berufskrankheit Nr. 1315 handelt es sich um "Erkrankungen durch Isocyanate, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können". Bei der BK Nr. 5101 um „Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können".


Der englischsprachige BAuA-Bericht "Research on the Cost of Illness for specific occupational diseases caused by isocyanates" zeigt also die medizinischen Behandlungskosten isocyanatbedingter Lungen- und Hauterkrankungen auf. Dabei bezieht er auch indirekte Krankheitskosten (etwa Produktivitätsausfall bei Arbeitsunfähigkeit) mit ein. Analysiert wurden BK-Daten der DGUV aus den Jahren 2004 bis 2013.

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