Publikation (Broschüre)

DGB-Index Gute Arbeit 2016: Digitalisierung der Arbeitswelt

Mehr Arbeit, mehr Multitasking, mehr Fremdkontrolle

Wie erleben die Beschäftigten die Digitalisierung der Arbeitswelt? Das hat der DGB-Index Gute Arbeit 2016 herausgefunden. Zum sechsten Mal führte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Befragung durch. 10.000 Beschäftigte nahmen teil. Die wichtigsten Erkenntnisse über die moderne Arbeitswelt und für die Arbeit der Zukunft:

  • Bei 82 % ist die Digitalisierung bereits im Job spürbar angekommen. Bei 60 % sogar in hohem oder sehr hohem Maß.
  • 46 % berichten davon, dass sie bei ihrer Arbeit jetzt mehr überwacht und kontrolliert werden; 4 % finden, dass das geringer geworden ist; der Rest sieht keine Veränderung.
  • 54 % berichten über eine größere Arbeitsmenge, nur 7 % über weniger Arbeit.
  • 56 % berichten davon, dass mehr Multitasking als früher notwendig ist - 5 % finden, dass die Notwendigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, abgenommen hat.
  • 27 % berichten von größeren Entscheidungsspielräumen, 13 % von kleineren.
  • Trotz Home-Office-Möglichkeiten und mobilem Arbeiten sehen nur 21 % der Befragten eine Verbesserung in ihrer Work-Life-Balance, 11 % finden, dass sie schlechter geworden ist.
  • 28 % erklären, dass sie eher mehr mobil arbeiten; erstaunlich: 12 % arbeiten weniger mobil als früher.

Potenzial für bessere Arbeit wäre also vorhanden, trotzdem scheinen Arbeitszunahme, weniger Möglichkeiten zur Selbstbestimmung und Einflussnahme auf die eigene Arbeit als auch der Druck, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu müssen, die Oberhand zu gewinnen. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann schreibt Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechten eine Schlüsselrolle beim Thema gute Arbeit zu. Die technischen Entwicklungen müssten an den Bedürfnissen der Beschäftigten ausgerichtet werden, nicht umgekehrt. Bildung sei ein weiteres wichtiges Mittel, um die digitale Transformation zu bewältigen und dabei möglichst viele Beschäftigte mitzunehmen.

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