Publikation (Broschüre)

Bericht 'Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2016' – Status quo in Deutschland

Zahlen und Fakten zu Sicherheit, Gesundheit, Unfällen und Berufskrankheiten

Aktuelle Zahlen und Fakten zu Sicherheit, Gesundheit, Unfällen und Berufskrankheiten im Jahr 2016 in Deutschland: Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erstellt ihn, das Bundeskabinett beschließt ihn – so eben geschehen für den Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2016"! In dem 190-Seiten-Werk finden Sie alle relevanten Statistiken zu Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in Deutschland. Diese muss die Bundesregierung gemäß § 25 Absatz 1 des Siebten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VII) jährlich dem Bundestag und dem Bundesrat vorlegen. Und natürlich sind die Ergebnisse auch für alle Arbeitsschützer wichtige Arbeitsgrundlage. Der Schwerpunkt des Berichts SuGA 2016 liegt auf dem Thema "Sicherheit und Gesundheit von Leiharbeitnehmern", dem das Kapitel 4 gewidmet ist. Hierfür liefert die BiBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2006-2012 die Daten, zu der die BAuA bereits das Factsheet 03 "Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit" veröffentlicht hat.

Die wichtigsten Fakten aus dem Bericht SuGA 2016:

  • Höchststand an Erwerbstätigen mit 41,3 Millionen, allerdings ist der Vergleich mit den Vorjahren wegen einer neuen Erhebungsmethode schwierig.
  • 959.266 Arbeitsunfälle gab es - das ist ein Anstieg um 1,5 %. Dieser Anstieg relativiert sich aber angesichts der hohen Erwerbstätigenzahl: Die Unfallquote je 1.000 Vollarbeiter sank nämlich von 23,3 auf 23,2 %. Somit war die Wahrscheinlichkeit, einen Arbeitsunfall zu erleiden, im Jahr 2016 etwas geringer als 2015.
  • Etwas weniger Personen arbeiteten regelmäßig nachts 9,2 % (2015: 9,4 %), abends 24,3 % (Vorjahr 24, 7 %) und samstags (23,5 % vs. 23,7 %).
  • Um 1,9 % sank die Anzahl der Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit. Dass es wesentlich mehr Anerkennungen von Berufskrankheiten gab (22.320 Anerkennungen bedeuteten ein Plus von 23,7 %), lag insbesondere an der 2015 neu eingeführten BK 5103 Hautkrebs durch UV-Strahlung, bei der es allein 2.998 Anerkennungen und 138 Rentenfälle mehr als im Jahr 2015 gab.
  • 64,5 % der Todesfälle durch Berufskrankheiten wurden durch asbestbedingte Berufskrankheiten verursacht.
  • Eine neue Kennzahl sind die durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitstage je GKV-Mitgliedsjahr der Beschäftigten: Insgesamt sind GKV-Versicherte jedes Jahr im Durchschnitt 19 Tage nicht arbeitsfähig (Männer 18,8 Tage, Frauen 19,3 Tage; Unter-45-Jährige: 14 Tage und Ältere 24,9 Tage).
  • Im Durchschnitt gingen Männer mit 63,9 Jahren in Altersrente, Frauen mit 64,2 Jahren. Erwerbsminderungsrenten bezogen Frauen ab durchschnittlich 51,2 Jahren, Männer ab 52,1 Jahren.
  • Psychische Erkrankungen sorgten für 42,8 % aller Verrentungsfälle.

Zum Schwerpunkt "Sicherheit und Gesundheit von Leiharbeitnehmern":

  • 990.792 Menschen arbeiteten im Jahr 2016 durchschnittlich in Zeitarbeit – ein neuer Höhepunkt.
  • Die Zahl der Verleihbetriebe stieg von 46.300 im Jahr 2013 auf 51.700 in 2016.
  • Leiharbeitskräfte im Jahr 2016 waren zu 70 % Männer, zu 47 % unter 35 Jahre alt, zu 27 % ohne Berufsabschluss, zu 54 % als Helfer tätig.
  • 68 % derer, die im zweiten Halbjahr 2015 als Leiharbeiter tätig waren, waren davor arbeitslos. Die Gefahr, nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos zu werden, war für Leiharbeitnehmer wesentlich größer als für die Gesamterwerbsbevölkerung: 3,6 % der Zeitarbeiter gingen in die Arbeitslosigkeit, bei dem Rest waren es nur 0,7 %, die nach Beendigung ihrer Tätigkeit arbeitslos wurden.
  • Leiharbeitnehmer müssen häufiger körperlich belastende, schnelle und monotone Tätigkeiten durchführen.
  • Sie haben weniger Handlungsspielraum und Kontrolle über ihre Arbeit als andere Beschäftigte.
  • 23,8 % der Leiharbeitnehmer waren über den untersuchten Datenzeitraum mit der Gesamtsituation bei ihrer Arbeit unzufrieden, bei den regulär Beschäftigten waren es nur 7,6 %.

Weitere detaillierte Fakten und Zahlen rund um Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz, Gesundheit, Unfälle und Berufskrankheiten finden Sie, wenn Sie dem Link zum Bericht "SuGA 2016" folgen. Darin finden Sie außerdem Infos zu den Aktivitäten der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) oder der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) sowie zu den Präventionsaktivitäten der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und der Arbeitsschutzbehörden der Länder.

Auch diese Broschüren könnten Sie interessieren: