Publikation (Broschüre)

Lastenpedelecs: Gefahren durch Vibrationen?

LIA.NRW sieht unterschätzte Risiken

Postzusteller, Handwerker, ambulante Pflegekräfte: Viele Beschäftigte, die in Innenstädten oder innenstadtnah unterwegs sein müssen, nutzen heute Lastenpedelecs. Das heißt, sie bewegen sich nicht nur mit eigener Kraft auf einem Lastenrad vorwärts, sondern mit elektrischer Unterstützung. Welche Gefahren entstehen dabei durch Hand-Arm-Vibrationen (HAV) und Ganzkörpervibrationen (GKV)? Das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.NRW) hat sich im Projekt "Vibrationen an Lastenpedelecs" speziell mit den Gefahren durch Humanschwingungen beschäftigt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Viele unterschätzen die Gesundheitsrisiken!


Diese Gesundheitsrisiken gibt es

Die Folgen davon, dass Menschen Vibrationen ausgesetzt sind, können Schmerzen in Rücken, Schultern, Händen, Armen und Knien sein. Vibrationen, wie sie zum Beispiel beim Fahren eines Lastenpedelecs entstehen, werden über das Gesäß in den Rücken und von dort in den ganzen Körper weitergeleitet. Schmerzen in Gesäß und Rücken sind die Folge. Wer diesen Schwingungen jahrelang ausgesetzt ist, bei dem können Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule auftreten.

Lastenpedelecs fallen unter die 9. Verordnung des Produktsicherheitsgesetzes (Maschinenverordnung). Demnach müssten Hersteller angeben, wie stark Vibrationen sind, die bei der Nutzung entstehen. "Bisher fehlen diese Angaben in den Betriebsanleitungen der Räder. Eine maximale Einsatzzeit und Schutzmaßnahmen für Beschäftigte lassen sich nur schwer ermitteln und fehlen oft in der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung", berichtet das LIA.NRW. Damit verletzen Arbeitgeber ihre Pflicht zu prüfen, ob Beschäftigte bei ihrer Arbeit gefährdet werden.

Die wichtigsten Ergebnisse des LIA.NRW-Projekts:

  • Je unebener der Untergrund, auf dem gefahren wird, desto größer die Schwingungsbelastung. Am höchsten ist sie bei Kopfsteinpflaster, gefolgt von Schotter, Verbundpflaster und Asphalt.
  • Je höher das Fahrtempo, desto größer die Vibrationsbelastung.
  • Je weniger Körpergewicht der Fahrer mitbringt, desto größer die Schwingung.
  • Wenn das Fahrzeug nicht beladen ist, ist die Vibration größer als mit Last.
  • Beim Fahren von Lastenpedelecs ist die Belastung durch GKV größer als die durch HAV.
  • Je niedriger der Reifendruck, desto geringer die Vibration.
  • Viele auf dem Markt verfügbare Modelle haben keine Federung. Dabei würde diese Vibrationen abschwächen und somit Gesundheitsrisiken minimieren.

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