Publikation (Broschüre)

Höchstes Risiko bei Baubranche und Entsorgern

DGUV legt Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen 2018 vor

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat ihre Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen 2018 als Broschüre herausgegeben. Auffällig: Nachdem die Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (AU) je tausend Vollarbeiter über die vergangenen 16 Jahre stetig gesunken ist (um ca. 30 Prozent gegenüber 2002), ist sie im vergangenen Jahr erstmals wieder gestiegen: Bei 24,3 lag die Quote 2018, eine Quote von 21,3 wurde 2017 ermittelt.

Baukonstruktionsberufe führen im Branchenvergleich die Unfallstatistik mit einer Quote von 138 an, gefolgt von Abfallentsorgern (108) und Lokomotivführern (100). Unter „Baukonstruktionsberufen“ sind Maurer, Zimmerleute, Bautischler, Betonoberflächenfertiger und Steinmetze zusammengefasst. Zu den „Ausbaufachkräften“ zählen Dachdecker, Boden- und Fliesenleger, Stuckateure und Glaser.  Die Grafik zeigt, welche Berufsgruppen sonst noch überdurchschnittlich gefährdet sind. Die rote Linie weist einen Durchschnittswert über alle abhängig Beschäftigten aus. Sie liegt bei einer Quote von 23,1. In kleinen und mittleren Unternehmen ist die Unfallquote in der Regel höher als in Großbetrieben.

Zu den Berufen mit relativ geringem Unfallrisiko gehören Büro- und Sekretariatskräfte (Unfall-Quote von 4), Kellner (12) und Friseure (10). Führungskräfte, Hochschullehrer und Software-Entwickler mussten aufgrund der geringen Stichprobengröße von der Auswertung ausgenommen werden. Das spricht gleichzeitig für ein relativ geringes Unfallrisiko in diesen Berufsgruppen.

DGUV-Statistik Arbeitsunfallgeschehen 2018

Zur Begriffsklärung:

Meldepflichtig wird ein Arbeitsunfall dann, wenn der Betroffene vier oder mehr Tage lang nicht arbeitsfähig ist. Als tödlich zählt ein Arbeitsunfall, wenn der Betroffene sofort oder innerhalb von 30 Tagen an den Unfallfolgen stirbt.

Unterschieden werden folgende Unfallarten: Unfälle, die bei betrieblichen Tätigkeiten geschehen (Arten 1 und 2), Unfälle, die auf Dienstwegen geschehen (Arten 3 und 4) sowie Wegeunfälle auf dem Weg zur Arbeitsstätte bzw. von ihr nach Hause (Arten 5 und 6). Dabei beziehen sich die Unfallarten 2, 4 und 6 auf Unfälle im Straßenverkehr.

Die Broschüre, die Sie hier kostenlos herunterladen können, gliedert auf 111 Seiten mit zahlreichen Tabellen und Diagrammen auf, wie viele Unfälle geschehen sind, in welchen Branchen, bei welcher Art von Tätigkeit, unter welchen Umständen etc.

Rund 94 Millionen Versicherungsverhältnisse haben bestanden, die Schüler-Unfallversicherung nicht mitgerechnet. Davon waren 46,5 Millionen Versicherte abhängig Beschäftigte. Grund für die hohe Zahl ist, dass eine Person mehrere „Versicherungsverhältnisse“ haben kann – z.B. als abhängig Beschäftigte, als Feuerwehr-Angehörige, als Wahlhelfer, Blutspender etc.

Auffällig ist der Geschlechterunterschied in manchen Bereichen: Bei den tödlichen AU stehen 541 männlichen Betroffenen 88 weibliche gegenüber. Im Bereich AU im Betrieb (Unfallart 1) sind es gar 201 männliche gegenüber 6 weiblichen Todesopfern. Außerdem ist ab dem 45. Lebensjahr ein deutlicher Anstieg der Unfälle mit Todesfolge zu beobachten. Im Bereich Wegeunfälle ohne Straßenverkehrsbeteiligung (Unfallart 5 – ausgleiten, stolpern, stürzen), und nur dort, verunfallen mehr Frauen: 58 zu 42%.

Tödliche Straßenverkehrsunfälle (Unfallarten 2,4,6) werden am häufigsten im Pkw erlitten (198 Fälle 2018), gefolgt von Lkw-Unfällen (76 Todesfälle) und Unfällen mit motorisierten Zweirädern (46 Fälle). Damit machen die tödlichen Unfälle im Straßenverkehr 63% aller tödlichen AU von abhängig Beschäftigten und Unternehmern aus. Bei den meldepflichtigen AU sind es nur 13%.


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