Publikation (Broschüre)

Arbeitsschutz bei Fremdvergaben

DGUV-Information: Wie organisiert man Sicherheit, wo mehrere Firmen zusammenarbeiten

Am besten ist jedes Unternehmen in seinem Kerngeschäft. Deshalb arbeiten bei komplexen Aufträgen häufig mehrere Firmen zusammen: Der Auftragnehmer schließt Werk- oder Dienstverträge mit Fremdfirmen, die eine klar definierte Teilaufgabe übernehmen. Arbeiten aber Beschäftigte mehrerer unterschiedlichen Unternehmen am gleichen Objekt, gibt es Abstimmungsbedarf – auch in puncto Arbeitsschutz.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat diesem Thema eine neue Info-Broschüre gewidmet, die jetzt erhältlich ist. Die DGUV Information 215-830 „Zusammenarbeit von Unternehmen im Rahmen von Werkverträgen“ stellt dar, wer wofür Verantwortung trägt. So müsse es eine „Koordinierende Person“ für Sicherheit und Gesundheitsschutz geben. Deren Aufgaben, Kompetenzen und Weisungsbefugnisse gehörten im Werkvertrag festgelegt. Ein geeignetes Formular dafür stellt die DGUV im Anhang der Broschüre bereit.

Beispiele für besondere Gefahren, die sich aus der Zusammenarbeit verschiedener Firmen ergeben können; - eine wachsame Aufsicht und eine koordinierende Person mit Weisungsbefugnis sind hier nötig:

  • Montagearbeiten, bei denen vorhandene Abdeckungen und Absturzsicherungen entfernt werden müssen, z.B. an Aufzugschächten (Absturzgefahr)
  • Aufgrabungen und Einsatz von Erdbaumaschinen in der Nähe von Arbeitsgerüsten (Gefahr der Unterhöhlung des Gerüstfußes oder der Gerüstbeschädigung)
  • Aufnehmen und Absetzen von Lasten neben Gerüsten mit Hilfe eines Kranes (Gefahr des Verhängens)
  • Reparatur- oder Montagearbeiten mit feuergefährlichen Tätigkeiten (z.B. Schweißen) in Bereichen mit Brand- und Explosionsgefährdung
  • Arbeiten im Gefahrenbereich von Erdbaumaschinen (Gefahr des Überfahrens und Einquetschens)
  • Arbeiten übereinander ohne Schutzdach (Gefahr durch herabfallende oder abgeworfene Gegenstände)
  • Arbeiten beim Tunnelbau bei gleichzeitigem Lkw-Verkehr (Gefahr des Überfahrens bei engen Verhältnissen und schlechter Sicht).

Aufsichtsführende Personen sind dann besonders gefragt, wenn Mitarbeiter von Fremdfirmen in Bereichen eingesetzt werden sollen, in denen mit gefährlichen Substanzen umgegangen wird, in denen Sauerstoffmangel entstehen kann, sich gesundheitsschädliche Gase bilden können oder mit Brandgefahr zu rechnen ist.

Der Arbeitsschutz muss bereits in der Planungsphase der Zusammenarbeit in den Blick genommen werden, so die DGUV. Die Broschüre stellt dar, was in die Leistungsbeschreibung gehört, wie Gefährdungen ermittelt werden können und wie der Arbeitsschutz vor Ort organisiert werden kann bis zu Unterweisung, Kontrolle und Feedback.

Gesetze, Vorschriften und weiterführende Quellen finden sich im Anhang der Broschüre, ebenso Formblätter für die auftragsbezogene Vereinbarung zum Arbeitsschutz sowie für die Bestellung einer koordinierenden Person.

Laden Sie sich die Broschüre gleich über nebenstehenden Link herunter – wie immer kostenlos!


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