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Arbeitsschutz beim Dachdecken

Das Dachdecker-Fachportal 11880.com informiert

Arbeiten in größer Höhe und die Witterung erfordern besondere Sicherheitsvorkehrungen.

Der Beruf des Dachdeckers ist aus naheliegenden Gründen gefährlich und erfordert eine entsprechende Schutzkleidung. Zudem sind weitere Sicherheitsvorkehrungen vonnöten, um für den nötigen Arbeitsschutz zu sorgen. Zur großen Höhe kommen häufig Dachschrägen hinzu, die einen sicheren Stand erschweren. Aus diesen Umständen ergeben sich besondere Vorschriften, Regeln sowie Pflichten, die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelten.


Arbeitssicherheit für Dachdecker

Oberstes Gebot ist, dass der Dachdecker-Betrieb Sorge dafür zu tragen hat, die Mitarbeiter mit geeigneter Arbeitsschutzkleidung zu versorgen. Der Betrieb stellt fest, welche Schutzkleidung benötigt wird, und stellt diese zur Verfügung. Hier hat der Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Kosten zu tragen. Dazu gehören in erster Linie Schutzhelme, Handschuhe, trittfeste Arbeitsschuhe mit Stahlkappen sowie je nach Einsatzgebiet zusätzlich Augen-, Gehör- und Atemschutz. Zudem muss eine Anleinausrüstung bereitgestellt werden. Der Arbeitgeber ist darüber hinaus verpflichtet, seine Mitarbeiter in den Umgang mit der entsprechenden Arbeitsschutzkleidung einzuweisen und einmal jährlich über Arbeitssicherheit zu unterweisen.

Arbeitsschutz beim Dachdecken geht aber selbstverständlich auch von Arbeitnehmerseite aus. Das fängt bei der Anschaffung geeigneter Arbeitskleidung an, wozu eine robuste Arbeitshose gehört, und hört bei der Pflege und dem sorgsamen Umgang mit der Arbeitsschutzkleidung auf.


Rechtliche Vorgaben

Er wird in der „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstung“ (PSA-BV) definiert. Weitere Bestimmungen sind im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) festgehalten. Von diesen Regelungen ist jedoch nicht ausschließlich der Arbeitgeber betroffen, der im Falle von Vorsatz oder Fahrlässigkeit mit empfindlichen Geldbußen belegt werden kann. Auch der Arbeitnehmer ist in der Pflicht, die angeordnete Arbeitsschutzkleidung zu tragen. Beim Verstoß dieser Auflage kann es zu einer Abmahnung und im Wiederholungsfall zur Entlassung kommen. Überdies gilt grundsätzlich, dass ein Dachdeckerbetrieb über einen Arbeitsschutzbeauftragten verfügen muss, bzw. dass ein externer Dienstleister mit dieser Aufgabe beauftragt wird. Dieser sorgt auch für die Organisation und Durchführung von regelmäßigen Schulungen und Weiterbildungen.


Gefahr von oben

Der umfassende Schutz beim Dachdecken ist angesichts der großen Arbeitshöhe und des der Witterung ausgesetzten Arbeitsplatzes auch dringend nötig. Hier lassen sich zwei grundlegende Bereiche trennen: der Schutz auf dem Dach und der Schutz am Boden.

Der Gesetzgeber sieht bei Dacharbeiten ab einer Traufhöhe von drei Metern die Errichtung eines Gerüsts vor. Dieses darf maximal 30 cm von der Wand entfernt stehen, um im Falle eines Absturzes den Fall zu bremsen. Zudem schützt das Gerüst vor herabfallendem Arbeitsmaterial, wie beispielsweise Dachziegel und Werkzeuge. Zu diesem Zweck können auch Fangnetze angebracht werden. Einen weiteren wichtigen Schutz beim Dachdecken bietet die Dachdeckerauflegeleiter. Gerade bei feuchten oder schmierigen Dächern sorgt diese für die nötige Arbeitssicherheit – ordnungsgemäßes Einhängen in die Dachhaken vorausgesetzt. Laut Arbeitsschutz darf die Dachdeckerauflegeleiter bis zu einer Dachneigung von 75 Grad eingesetzt werden.

Zum Schutz von Passanten wird der betreffende Gehweg in der Regel gesperrt und Verkehrsteilnehmer werden durch Warnschilder über die Arbeiten auf dem Dach informiert. Der Be- und Entladebereich des Dachdeckeraufzugs muss zudem gesondert gesichert werden. Bleibt der Gehweg geöffnet, decken das Gerüst und entsprechende Netze den Weg tunnelförmig ab, um Fußgänger zu schützen. Solche Maßnahmen sind jedoch vorab mit dem Ordnungsamt abzuklären.


Besondere Auflagen für Maschinen

Darüber hinaus gelten für die Bedienung von Maschinen zusätzliche Auflagen. Unter 18-Jährige dürfen beispielsweise den für den Transport von Dachziegeln und weiterer Arbeitsmaterialien benötigten Dachdeckeraufzug nicht bedienen.

Bei der Arbeitssicherheit für Dachdecker müssen alle Beteiligten äußerste Vorsicht walten lassen, um den vielseitigen Sicherheitsbestimmungen gerecht zu werden. Regelmäßige Fortbildungen, der Einsatz geeigneter Arbeitsschutzkleidung und die Absicherung der Baustelle – auf dem Dach wie auch am Boden – bilden den zentralen Schutz beim Dachdecken. Der Gesetzgeber achtet hier aus gutem Grund auf die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und bestraft etwaiges Fehlverhalten mit drastischen Geldstrafen.

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