Publikation (Loseblattwerk)

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: MAK- und BAT-Werte-Liste 2014

65 Änderungen und Neuaufnahmen von Gefahrstoffen

Mit 65 Änderungen und Neuaufnahmen wartet die 50. MAK- und BAT-Werte-Liste auf, die die Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vor Kurzem vorgelegt und an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) übergeben hat. Die Liste dient als wissenschaftliche Grundlage für die Gesetzgebung zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und ist gedruckt als auch online verfügbar.

Neben den MAK-Werten – den Stoffmengen, die als Gas, Dampf oder Aerosol in der Luft am Arbeitsplatz langfristig keinen Schaden verursachen – enthält sie Angaben darüber, ob Arbeitsstoffe Krebs erzeugen, Keimzellen oder in der Schwangerschaft das werdende Kind schädigen, Haut oder Atemwege sensibilisieren oder über die Haut aufgenommen werden. Zudem weist sie mit den BAT-Werten die Konzentration eines Stoffes im Körper aus, der ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu erleiden. Außerdem beschreibt sie die Biologischen Leit- sowie die Arbeitsstoff-Referenz-Werte (BLW- beziehungsweise BAR-Werte). Zu den überprüften Stoffen liegen jeweils ausführliche wissenschaftliche Begründungen für die Entscheidungen der Senatskommission vor. Die Vorschläge für Änderungen und Neuaufnahmen stehen bis zum 31. Dezember 2014 zur Diskussion.

Die aktuelle Liste enthält wichtige Änderungen für Dichlormethan. Ein MAK-Wert von 50 ml/m³ soll vor Neurotoxizität und einem erhöhten Krebsrisiko effektiv schützen; Schwangere sollten dem Stoff gar nicht ausgesetzt sein. Dichlormethan dient als Lösungsmittel und wurde als Ersatz für ozonabbauende Kältemittel in Kühlschränken verwendet. Tetrafluorpropen, das in Klimaanlagen von Autos zum Einsatz kommen könnte, hat erstmals überhaupt einen MAK-Wert erhalten. Für Diacetyl wurde ebenfalls ein MAK-Wert erarbeitet. Dieser Stoff greift die Lunge aggressiv an und stand in der Diskussion, nachdem bei der Produktion von Mikrowellenpopcorn in den USA Menschen zu Schaden kamen. Auf Basis eines 2010 etablierten Verfahrens zur Übertragung von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen zur Ableitung von MAK-Werten hat die Kommission die letzten zwei von insgesamt 37 Stoffen überprüft: Der Wert für Diethylhexylphthalat (DEHP) wurde auf 2 mg/m³ gesenkt und der für Diazinon beibehalten.

Die Liste enthält insgesamt elf Überprüfungen und Neuerungen bei den krebserzeugenden Arbeitsstoffen, drei Verdachtsfälle auf eine keimzellverändernde Wirkung (Glycidol, 4-Aminobiphe¬nyl und 2-Naphthylamin) und 17 Überprüfungen auf Gefährdung während der Schwangerschaft. Neun Stoffe wurden als „auch über die Haut aufgenommen schädlich" neu aufgenommen und vier in dieser Kategorie beibehalten. Im Teil „BAT-Werte, BLW, EKA und BAR" gibt es fünf Änderungen und Neuaufnahmen. Zwei Stoffe erhielten einen neuen BAT-Wert, während für Borsäure und Tetraborate kein BAT-Wert abgeleitet werden konnte; für diese Stoffe gibt es nicht genug Daten, um eine Obergrenze anzugeben, die einen Schaden verhindert.

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