Publikation (Loseblattwerk)

BAuA-Factsheet 15: Brennpunkt Nachtarbeit

Ungünstige Faktoren fördern Belastungs-Gefühl

Etwa drei Millionen Beschäftigte arbeiten in Deutschland ständig oder regelmäßig nachts zwischen 23 und 6 Uhr. zu 70% sind es Männer, nur im öffentlichen Dienst (Gesundheitswesen) und im Dienstleistungsbereich sind mehr Frauen zu finden. Und Nachtarbeit ist ungesund: Im Vergleich zu Beschäftigten in der Normalarbeitszeit fühlen sich Nachtarbeiter stärker physisch und psychisch belastet. Das hat eine Sonder-Auswertung der BiBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012/2013 ergeben, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt hat. Die Ergebnisse finden Sie im Factsheet 15 "Brennpunkt Nachtarbeit - Häufige Arbeitsbelastungen immer noch aktuell". Die Auswertung zeigt außerdem, dass Nachtarbeitende tatsächlich deutlich häufiger unter belastenden Arbeitsbedingungen, wie Lärm, schlechter Beleuchtung, Hitze, Zugluft, Kälte, Nässe oder Öl, Schmutz und Dreck, tätig sind.

Bei Nachtarbeitern treffen eine subjektiv empfundene höhere Belastung, tatsächlich ungünstige Arbeitsumgebungen und höhere Arbeitsschwere (Arbeit im Stehen oder mit den Händen oder das Heben und Tragen schwerer Lasten) zusammen.

Die Betrachtung der psychischen Belastungen ergibt kein einheitliches Bild. Während der Nacht fühlen sich die Befragten durch Faktoren wie schnelles Arbeiten, Termin- und Leistungsdruck sowie Störungen oder Unterbrechungen bei der Arbeit deutlich belasteter als Beschäftigte zur Normalarbeitszeit. Obwohl Nachtarbeitende weniger Einfluss auf die Arbeitsmenge oder auf die Einteilung von Arbeit und Pausen haben, fühlen sie sich dadurch aber nicht subjektiv stärker belastet als die Vergleichsgruppe. Fehlende Hilfe oder Unterstützung vom Vorgesetzten finden sie wiederum schlimmer, auch wenn dieses Merkmal in beiden Gruppen etwa gleich ausgeprägt ist.

Die Auswertung zeigt: Negative Faktoren aus der Arbeitsumgebung und die Arbeitsanforderungen erschweren die Arbeit gegen die innere Uhr zusätzlich. Als Gegenmaßnahmen empfiehlt die BAuA vorbeugende Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), um den empfundenen Belastungen der Beschäftigten im (Nacht-)Schichtbetrieb entgegenzuwirken.

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