Publikation (Loseblattwerk)

Factsheet 16: Arbeitsbedingungen im Einzelhandel

Schöne neue Handelswelt?

Etwa 3,5 Millionen Beschäftigte arbeiten in Deutschland im Einzelhandel – einem der beschäftigungsstärksten Wirtschaftszweige Deutschlands, der sich in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Welchen Gesundheitsgefährdungen Beschäftigte im Einzelhandel besonders ausgesetzt sind und wie diese minimiert werden können, das steht im Factsheet 16 zur BIBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht regelmäßig solche Factsheets, die wichtige Infos zu Einzelaspekten aus dem Bereich Arbeitsschutz und Prävention beleuchten. Im Factsheet 16 geht’s also um „Schöne neue Handelswelt? Arbeitsbedingungen im Einzelhandel“.


Besondere Gefährdungen im Einzelhandel

Die Daten zeigen zum Beispiel, dass der Arbeitsalltag der Beschäftigten im Einzelhandel öfter durch schnelle und wiederkehrende Arbeitsvorgänge geprägt ist und dass die Beschäftigten häufiger im Stehen arbeiten. Diese körperlichen Anforderungen spiegeln sich auch in den gesundheitlichen Beschwerden wider. Bei den Beschäftigten im Einzelhandel sind Muskel-Skelett-Beschwerden und –Erkrankungen (MSE) weiter verbreitet als in anderen Branchen.

Innerhalb des Einzelhandels sind die Beschäftigten im Nahrungs- und Genussmittelverkauf besonders körperlichen Arbeitsbelastungen ausgesetzt. Zusätzlich zur Arbeit im Stehen gehören hier die Arbeit mit den Händen und das Heben und Tragen schwerer Lasten zu den besonders gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen, die gehäuft auftreten. Aber auch das schnelle Arbeiten mit sich wiederholenden Arbeitsvorgängen ist hier weiter verbreitet.

Die Auswertung der BIBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung förderte eine weitere Erkenntnis zu Tage: Besonders Frauen sind von den speziellen Arbeitsbedingungen im Einzelhandel betroffen, da sie überproportional häufig in dieser Branche arbeiten.


BAuA fordert Verhaltens- und Verhältnisprävention

Nachhaltige Präventionskonzepte sind hier also besonders wichtig! Dabei spielen nicht nur verhältnispräventive Konzepte, beispielsweise zur ergonomischen Gestaltung von Kassenarbeitsplätzen, eine Rolle, sondern auch verhaltenspräventive Maßnahmen zu Themen wie "Heben und Tragen". Für eine nachhaltige Verankerung von Präventionshandeln im Einzelhandel ist die regelmäßige Durchführung der Gefährdungsbeurteilung unter Einbeziehung der Führungskräfte und Beschäftigten elementar wichtig.

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