Publikation (Loseblattwerk)

Gefahrstoffe: MAK- und BAT-Werte-Liste 2019

Grenzwerte für Arbeits- und Gesundheitsschutz

Die Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die MAK- und BAT-Werte-Liste 2019 vorgelegt: In dieser Liste bewertet sie arbeitsstoffrelevante Chemikalien jedes Jahr neu. In der Ausgabe 2019 sind 69 Änderungen und Neuaufnahmen zu finden. Die Liste wurde jetzt an den Bundesminister für Arbeit und Soziales übergeben.

Eine neue Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK-Wert) gibt es beispielsweise für Trikresylphosphate, die häufig als Flammschutzmittel, Weichmacher oder auch in Schmiermitteln verwendet werden. Für das Halbmetall Antimon legte die DFG einen Biologischen Arbeitsstoff-Referenzwert (BAR) fest. Antimon wird unter anderem als Zusatzstoff in Sprengstoffzündern und Munition eingesetzt. Polizisten hatten sich besorgt gezeigt, dass es beim Schießtraining als Teil der Munitionsdämpfe und -stäube freigesetzt wird. "Der jetzt festgelegte BAR beschreibt die Hintergrundexposition beruflich nicht exponierter Personen und erlaubt damit abzuschätzen, in welchem Ausmaß Personen dem Stoff im Beruf ausgesetzt sind", erklärt die DFG.


Werte auf neuestem Stand der Wissenschaft

Um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu arbeiten, passt die Kommission zudem regelmäßig ihre Vorgehensweisen an. Für die Bewertung der Eigenschaften von Substanzen, die allergische Reaktionen der Haut hervorrufen, erarbeitete sie auf der Basis neuer In-vitro-Testmethoden neue Kriterien. Auch Biologische Arbeitsstoff-Toleranzwerte (BAT-Werte), die für Schwangere gefährlich sein können, sind nun in der Liste zu finden: "Bislang wurden Stoffe nur in Bezug zum MAK-Wert auf eine Gefährdung während der Schwangerschaft hin überprüft und nicht hinsichtlich der Konzentration eines Arbeitsstoffes im Körper – beispielsweise im Blut oder Urin – einer Beschäftigten."

Neben den MAK-Werten – den Stoffmengen, die als Gas, Dampf oder Aerosol in der Luft am Arbeitsplatz langfristig keinen Schaden verursachen – enthält die MAK- und BAT-Werte-Liste auch Angaben darüber, ob Arbeitsstoffe Krebs erzeugen, Keimzellen oder in der Schwangerschaft das werdende Kind schädigen, Haut oder Atemwege sensibilisieren oder in toxischen Mengen über die Haut aufgenommen werden können. Mit den BAT-Werten weist sie die Konzentration eines Stoffes im Körper aus, der ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Außerdem stellt sie Biologische Leit-Werte (BLW) sowie die oben erwähnten BAR auf.

Bis 31. Dezember 2019 stehen die Vorschläge für Änderungen und Neuaufnahmen zur Diskussion. Neue Daten oder wissenschaftliche Kommentare sind willkommen.

Einige der Änderungen in der neuen MAK- und BAT-Werte-Liste:

  • Für neun Stoffe wurde der MAK-Wert neu festgelegt
  • Bei sieben Stoffen wurde der MAK-Wert geändert
  • Bei zwei Stoffen bestätigte die DFG den MAK-Wert nach eingehender Prüfung der neueren Literatur
  • Fünf Stoffe wurden neu in die Kanzerogenitäts-Kategorie 4 eingestuft. Hier hat die Kommission MAK-Werte festgelegt, die, wenn sie eingehalten werden, vor der Entstehung eines Tumors schützen. Dazu gehört die beispielsweise zur Wasserenthärtung eingesetzte Nitrilotriessigsäure und ihre Natriumsalze sowie das zur Herstellung von Kunststoffen verwendete Vinylacetat.
  • Die Kommission prüfte zudem alle in der Liste genannten Stoffe auf ihre atemwegs- und hautsensibilisierenden Eigenschaften: Bei Cyanurchlorid wurde neu auf die hautsensibilisierende Wirkung hingewiesen. Fünf Stoffe wurden neu mit dem Warnhinweis versehen, dass auch die Aufnahme durch die Haut neben der Inhalation wesentlich zur Gefährdung der Gesundheit beitragen kann.
  • Im Teil "BAT-Werte, BLW, EKA und BAR" nahmen die Experten 15 Änderungen und Neuaufnahmen vor. Sie änderten beispielsweise den BAT-Wert für N,N-Dimethylacetamid und 1,4-Dioxan und leiteten neue BAR-Referenzwerte für Acrylnitril, Bisphenol S und 1,4-Dichlorbenzol ab.
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