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Psychische Belastung: iga benennt 11 Risikofaktoren

iga.Report 31 im Rahmen des GDA-Arbeitsprogramms Psyche

Sie fragen sich schon lange, wo Sie bei der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen ansetzen sollen? Irgendwie scheint Ihnen das alles schwammig? Welches sind denn nun Arbeitsumstände, die tatsächlich so negativ auf Menschen wirken können, dass sie psychisch krank werden? Professorin Renate Rau von der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg hat dazu im Rahmen des Arbeitsprogramms Psyche von der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) geforscht.

Folgende 11 Belastungsfaktoren sind nachweislich Risikofaktoren für die Psyche:

  • hoher "job strain" (d. h. die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität)
  • "iso strain" (d. h. die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität bei gleichzeitig geringer sozialer Unterstützung)
  • hohe Arbeitsintensität ("job demand")
  • geringer Handlungsspielraum ("job control")
  • "Effort-Reward-Imbalance" (Ungleichgewicht zwischen erlebter beruflich geforderter Leistung und dafür erhaltener Belohnung/Wertschätzung)
  • Überstunden, Schichtarbeit (wobei hier die Art der Schicht betrachtet werden muss)
  • geringe soziale Unterstützung
  • Rollenstress
  • Bullying/aggressives Verhalten am Arbeitsplatz
  • Arbeitsplatzunsicherheit

Gleichzeitig nennt die Forscherin der modernen Arbeitswelt geschuldete psychische Arbeitsbelastungen, bei denen Forschungsbedarf besteht:

  • ständige Erreichbarkeit
  • unmoralische Arbeitsanforderungen
  • Führen durch Ziele
  • Mobilität, Pendeln
  • Zeitarbeit, befristete Beschäftigung, Leiharbeit

Weitere Informationen zur Forschungsarbeit über Risikofaktoren für die psychische Gesundheit finden Sie im iga.Report 31 von der Initiative Gesundheit & Arbeit (iga).

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