Publikation (Zeitschrift)

Auch freiwillige ständige Erreichbarkeit macht krank

iga.Report 23 - Teil 2: Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präventionsmöglichkeiten

Von etwa einem Viertel aller Beschäftigten wird erwartet, dass sie auch in ihrem Feierabend erreichbar sind. Das heißt: E-Mails checken, Anrufe tätigen, die Gedanken auf die Arbeit richten … Chefs sollten das noch einmal überdenken, denn die ständige Erreichbarkeit schlägt sich negativ auf die Gesundheit und auf das Leistungsvermögen der Mitarbeiter nieder – sogar wenn dieser Zustand freiwillig gewählt ist und die Beschäftigten das ständige „Auf-der-Hut-Sein“ als positiv empfinden und als notwendig ansehen.

Das belegt die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) jetzt mit einer wissenschaftlichen Studie, für die 125 Beschäftigte und ihre Lebenspartner befragt wurden. Laut iga ist das zweiteilige Forschungsprojekt (bereits 2013 veröffentlichte die iga die Studie "Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präventionsmöglichkeiten") eines der ersten, das die Auswirkungen ständiger Erreichbarkeit wissenschaftlich untersucht.

Und das kam dabei raus: Berufstätige, die auch in ihrer Freizeit für die Arbeit auf Abruf bereitstehen, leiden häufiger unter schlechterem Schlaf. Sie kommen nicht zur Ruhe, erholen sich schlechter oder können sich gedanklich weniger von der Arbeit lösen als ihre Kollegen mit klaren Grenzen zwischen Job und Freizeit. Die Unterschiede in der Erholungsfähigkeit sind laut iga signifikant.

Die Negativfolgen sind:

  • Erholungsphasen werden durch Phasen der Arbeit unterbrochen oder verkürzt
  • Betroffenen fällt es schwerer, sich in der Freizeit ausreichend von ihrem Job zu distanzieren und abzuschalten


Auch die Lebenspartner leiden ...

Ständige Erreichbarkeit schränkt auch die Lebensqualität von Lebensgefährten ein (68 % fühlen sich durch die Erreichbarkeit ihres Partners beeinträchtigt, zum Beispiel bei der Urlaubsplanung, bei familiären Verpflichtungen, beim Schlaf …)

Fazit aus der iga-Studie: 60 % der Befragten wünschen sich gesetzliche oder betriebliche Regelungen, was die Erreichbarkeit betrifft. Auch 83 % der Partner von ständig Erreichbaren wünschen sich strikte Vorgaben. Fast 70 % der Lebensgefährten fanden, Erreichbarkeit nach der Arbeit sollte komplett entfallen.

Alle weiteren Ergebnisse, Vorschläge zur Gestaltung von Erreichbarkeit, Präventionsmaßnahmen und eine Checkliste für den Ist-Zustand in Ihrem Betrieb finden Sie im iga.Report 23 Teil 2: "Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präventionsmöglichkeiten" – folgen Sie dem Link!

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