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PegA: Praxishilfe für die GB psych in Handel und Warenlogistik

Programm entwickelt von BGHW, INQA, Wissenschaft und Praxis

Psychische Belastung im Einzelhandel erfassen – gesunde Arbeit gestalten: Dabei soll das Programm „PegA“ (Akronym von „Psychische Belastungen erfassen – gesunde Arbeit gestalten“) von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) helfen. Entwickelt hat die BG das Programm gemeinsam mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Handel.

PegA bietet Unternehmen Instrumente, Auswertungs- und Praxishilfen wie Checklisten, Leitfäden oder Poster für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GB psych). Die Erfassung, Analyse und Dokumentation sollen Arbeitsschutz-Verantwortlichen damit leichter von der Hand gehen. Die BGHW bietet den großen PegA-Praxisordner und viele andere Instrumente und Hilfen zum kostenlosen Download in ihrem Arbeitsschutz-Kompendium an.

PegA richtet sich an Unternehmer, Personalverantwortliche, Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) und Betriebsräte. Beginnen können sie mit der Informationsbroschüre „PegA-Start“, auf die die anderen Medien aufbauen, die je nach den Bedingungen im einzelnen Betrieb eingesetzt werden können.

Das PegA-Programm berücksichtigt die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) sowie die Leitlinien und Empfehlungen der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz (NAK) im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), außerdem die DIN EN ISO 6385 (Grundsätze der Ergonomie für die Gestaltung von Arbeitsbedingungen) und DIN EN ISO 10075-1 bis 3 (Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung). Zudem ist das Programm an der GDA-Leitlinie  und den darin enthaltenen GDA-Qualitätsgrundsätzen ausgerichtet.

Sieben Schritte führen in PegA zur Gefährdungsbeurteilung. Das Programm hilft dabei, Arbeitsanforderungen, die sich auf die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten auswirken, genauer zu betrachten. Arbeitsinhalt, Arbeitsaufgabe, Arbeitsorganisation, soziale Beziehungen und die Arbeitsumgebung sind Teil der Analyse. „Nicht analysiert wird dagegen die psychische Verfassung einzelner Beschäftigter. Diese ist niemals Teil einer Gefährdungsbeurteilung“, sagt Kathrin Schwarzmann, Referatsleiterin Arbeits- und Organisationspsychologie bei der BGHW. „Mit psychischer Belastung sind vielmehr alle Einflüsse gemeint, die von außen auf den Menschen einwirken.“


GB psych: wichtiges Arbeitsschutz-Instrument in der Grauzone

Die GB psych ist zwar Pflicht eines jeden Arbeitgebers: „Allerdings ist nicht vorgeschrieben, wie diese Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden soll“, so Schwarzmann. „Viele Betriebe haben sich in der Vergangenheit daher schwer getan, passende Instrumente zu finden.“ PegA soll den Weg zur Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen zumindest erleichtern.

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